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Galeria in Oldenburg Kunden haben kein Verständnis für die geplante Schließung

Vertrauter Anblick – von der Rolltreppe ins Erdgeschoss bei Galeria in Oldenburg.

Vertrauter Anblick – von der Rolltreppe ins Erdgeschoss bei Galeria in Oldenburg.

Röhr

Oldenburg - Einer, der seit 36 Jahren für das große Kaufhaus mitten in der Stadt arbeitet, ist der Oldenburger Jens Thiel. 1987 hat er, damals hieß es noch Horten, hier seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gestartet – und er ist geblieben. Auch sein Schwager und seine Schwester arbeiteten hier. Thiel, der die Spielwaren und die Haushaltswaren betreut, sagt: „Oldenburg gehört zu den guten Standorten. Aus meiner Sicht liegt das Problem vor allem an der Miete. Wir haben viele Kunden, die alle wiederkommen.“

Wie geht es weiter mit Galeria – dem größten Kaufhaus in zentralster Lage in der Oldenburger Innenstadt, das von den Zahlen besser dastehen soll als viele andere Standorte.

GALERIA IN OLDENBURG Kaufhaus soll nach jetzigem Stand am 31. Januar 2024 geschlossen werden

Karsten Röhr
Oldenburg

Sicherlich seien im Unternehmen über die Jahre insgesamt „gewisse Sachen verschlafen worden – aber auch Corona hat uns viel gekostet“. Eine schlechte Entscheidung der früheren Eigentümer sei es in jedem Fall gewesen, die Oldenburger Immobilie, die immer Horten und dann Kaufhof selbst gehört habe, „fürs schnelle Geld einfach zu verkaufen“.

Zeichen einer dramatischen Entwicklung: Am Montag um 14 Uhr wurde Galeria Oldenburg für eine Betriebsversammlung geschlossen.

GALERIA IN OLDENBURG Der Kampf um den Standort geht weiter – Stadt sieht noch Hoffnung

Karsten Röhr Stefan Idel Lukas Klus
Oldenburg

Von Standort überzeugt

Galeria in Oldenburg hätte für Thiel trotzdem das Zeug, am Markt zu bleiben und da auch erfolgreich zu sein: „Wir sind eine große Familie, ein eingeschworenes Team, mit einer klasse Chefin, die überall mit anpackt und sich für alle einsetzt, und wir haben eine langjährige, große und feste Stammkundschaft. Die älteren Kunden sagen bis heute: Geh’ zu Horten, da kriegst du alles, und du hast vernünftige Ansprechpartner.“ Auch wenn das Team im Kaufhaus natürlich immer noch größer sein könnte.

Kommentar
Könnte aus Sicht von Experten trotz der Schließungsliste immer noch eine Zukunft haben: Galeria in Oldenburg.

GALERIA IN OLDENBURG Für die Stadt ist noch viel zu gewinnen

Karsten Röhr

Harald und Regina Bremer kaufen regelmäßig bei Galeria ein – auch an diesem Dienstag. Harald Bremer sagt: „Das wäre sehr bedauerlich, wenn hier geschlossen würde. Wir sind sehr gerne bei Galeria in Oldenburg und auch in Bremen, vor allem wegen der Vielfalt.“ Der Blick auf die Kaufhaus-Landkarte von Galeria macht Bremer verständnislos: „Die bevorzugen den Süden und machen den Norden dicht. Oldenburg ist die zentrale Stadt hier oben im Nordwesten, mit einem Einzugsgebiet weit nach Ostfriesland.“

Große Verbundenheit

Ein Vater kauft gerade mit seinem Sohn Hosen und T-Shirts in der Herrenabteilung. Er sagt: „Wir kommen aus Rhauderfehn. Ich bin schon von Kleinauf mit meinen Eltern hier ins Kaufhaus gefahren. Hier ist alles an einem Ort. Diesmal hatten wir einen Termin in der Stadt – und wenn man schon mal hier ist, guckt man doch gerne mal.“

Die Verbundenheit der Kunden mit dem Kaufhaus am Rathausmarkt ist groß, das zeigen die Gespräche: Ob Stamm- oder Gelegenheitskunden, alle wollen, dass es weitergeht mit Galeria in Oldenburg – so, wie das Paar an diesem Dienstagmittag im 3. Obergeschoss, das schlicht sagt: „Wir sind hier, um im Moment etwas zu unterstützen.“

Galeria schließt 52 Warenhäuser, auch die Filiale in Oldenburg steht auf der Streichliste.

TAUSENDE JOBS FALLEN WEG Galeria schließt 52 Warenhäuser – Oldenburger Filiale steht auf der Streichliste

Erich Reimann Dpa
Oldenburg

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Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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