Oldenburg - Kühlere Räume in Schulen, Kindertagesstätten und Verwaltungsbüros, kalte Duschen in Sportstätten während der Ferien, geschlossene Stadtteilbäder – das sind einige der kurzfristigen Maßnahmen, mit denen die Stadt Oldenburg ihren Gas- und Stromverbrauch mit Blick auf die angespannte Energieversorgungslage senken will.
Am Montag stellte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) das Maßnahmenpaket vor, das er in einem Interview mit unserer Redaktion angekündigt hatte. Es enthält konkrete Maßnahmen, die der Verwaltungschef allein entscheiden kann. Am Abend informierte er dann die Politik im Rat. Krogmann schließt weitere Maßnahmen nicht aus. Über diese soll nach den Sommerferien Ende August beraten werden.
Die Stadt erhofft sich eine Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent und setzt vor allem auf die Senkung der Raumtemperaturen auf den zulässigen Mindestwert in städtischen Einrichtungen. Bisher gibt es keine Grenzen nach oben. In Schulräumen und Kitas sollen es künftig maximal 20 Grad sein (Ausnahmen für Wasch-, Schlaf- und Pausenräume in Kitas), ebenso in Büroräumen; Lagerräume sollen maximal 17 Grad warm werden. Durchlauferhitzer an Waschtischen, Klima- und Heizlüfter sowie die zentrale Warmwasserbereitung der Sportstätten werden in den Ferien abgeschaltet, die Hallenbäder Kreyenbrück und Eversten in den Sommerferien geschlossen (und eventuell auch in weiteren Ferien). „Wir werden die unmittelbar Betroffenen vorab informieren. Danach sollen die Maßnahmen möglichst sofort realisiert werden“, sagte Krogmann.
Zudem gibt es als „mittelfristig“ umsetzbar eingestufte Maßnahmen, die weiter geprüft werden. Dazu zählen etwa Abdeckungen für Freibadbecken, ein Notdienst in städtischen Ämtern über den Jahreswechsel, die Verdichtung von Bürobelegungen, eine Abschaltung der Straßenbeleuchtung von 2 bis 6 Uhr und weiterer Ampelanlagen ab 22 Uhr sowie ein Notfallfahrplan im ÖPNV.
Um auch Handel, Gewerbe, Industrie und private Haushalte mitzunehmen, setzt die Stadt auf eine Informationsoffensive unter dem Motto „Oldenburg zieht sich warm an“. Auf der städtischen Internetseite und in Sozialen Medien soll es praktische Tipps zum Energiesparen geben.
Die Linke warf Krogmann in Reaktion auf das Interview vor, unangemessene Panikmache zu betreiben. Die Fraktion sprach sich gegen die Schließung von Stadtteilbädern aus. Ratsherr Jonas Höpken riet dazu, abzuwarten, wie die Versorgung mit Gas im Winter aussehen wird.
