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Oldenburg Schon der erste Satz der von der Stadtverwaltung verschickten Mitteilung lässt tief blicken, wie es um das Verhältnis zwischen Stadt und Deutscher Bahn bestellt ist: „Die Stadt Oldenburg hat am heutigen Freitag festgestellt, dass die Deutsche Bahn mit Baumaßnahmen im Bereich der Gleishalle begonnen hat“, heißt es da.

Und weiter: „Weder hat die Deutsche Bahn die zuständigen Stellen der Stadt Oldenburg über Art, Umfang und Beginn der Baumaßnahmen informiert, noch sind diese Maßnahmen mit der Stadt Oldenburg abgestimmt.“ Erst auf Anforderung hat die Deutsche Bahn im Laufe des Freitagvormittags Unterlagen zu den Baumaßnahmen nachgereicht und schriftlich versichert, dass weder die Konstruktion der denkmalgeschützten, historischen Gleishalle noch deren Eindeckung von den Baumaßnahmen betroffen sind, teilt Stadtsprecher Reinhard Schenke mit.

kommentar

Schlimmer

Schandfleck

Die Holzgerüste auf den Bahnsteigen sind eine Schande, eine Beleidigung für das Auge, eine Provokation für die Stadt. Was hat sich die Deutsche Bahn dabei gedacht, diese hässlichen Gerüste auf die Bahnsteige zu stellen? Und das, ohne die Verwaltung vorab darüber zu informieren.

Für dieses nassforsche Vorgehen kann es nur eine Erklärung geben. Die Deutsche Bahn will Druck auf die Stadt ausüben, die diesen Schandfleck so schnell wie möglich verschwinden lassen möchte. Vielleicht zum Preis zweifelhafter Kompromisse, die sie bei der Sanierung des Gleishallendaches eingehen soll.

Wir Oldenburger sollten uns nicht erpressen lassen.

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Es sei wohl nicht beabsichtigt, die Bimsbetonplatten im Zuge der Baumaßnahmen zu entfernen. Die Stadt Oldenburg sichte zurzeit die Unterlagen und werde die Maßnahmen, soweit sie der Sicherheit des Bahnbetriebs und aller Reisenden im Hauptbahnhof Oldenburg dienen, nicht verhindern. Keinesfalls werde die Stadt aber nicht abgestimmte Eingriffe in die Konstruktion und die Eindeckung der Gleishalle dulden.

„Das hat die Deutsche Bahn auch nicht vor“, versichert Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Freitagnachmittag auf Anfrage der NWZ . Das Gerüst diene im Zuge der Verkehrssicherungspflicht dem Schutz der Bahnkunden vor herabfallenden Teilen aus den Bimsbetonplatten und stütze das Gleisdach. Die Gerüste würden in den nächsten Tagen auf allen Bahnsteigen des Hauptbahnhofs aufgestellt. Wie lange sie stehen bleiben werden, mochte der Bahnsprecher nicht beantworten. Die Oldenburger werden sich aber wohl für längere Zeit an den Anblick gewöhnen müssen. Es kann, so Meyer-Lovis, nämlich auch für mögliche Arbeiten am Dach genutzt werden. Ob die denkmalgeschützte Gleishalle saniert oder abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut wird, steht aber noch nicht fest. „Die Gespräche laufen, die Bahn sucht in jedem Fall einen Konsens mit der Stadt“, betonte Meyer-Lovis.

Auch die Stadt strebt einen engen Dialog mit der Deutschen Bahn an, erklärt Schenke. Im Laufe der nächsten Woche werde der von der Stadt beauftragte Gutachter seine Einschätzung zum Zustand der Gleishalle vorlegen. Dieses Gutachten werde dann neben den nun begonnenen Maßnahmen Gegenstand der weiteren Gespräche mit der Deutschen Bahn sein.

Die rund 100 Jahre alte Gleishalle ist sanierungsbedürftig. Da Halterungen nur noch eingeschränkt belastbar sind, sind 2013 die Glasflächen ausgebaut worden. Bei einem Besuch des Bahnhofs im August vergangenen Jahres hatte Bahnchef Rüdiger Grube eine „gute Lösung“ für die Gleishalle zugesichert. Es werde keinen rein funktionalen Neubau in Form von sogenannten T-Dächern geben.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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