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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

TERROR: Gespenstisch leer auf der Straße

08.07.2005

OLDENBURG /LONDON Sophia Hoffmann wohnt nahe Liverpool Station. Susanne Eames-Pleines arbeitet als Dolmetscherin.

von sabine schicke OLDENBURG/LONDON - Für Sophia Hoffmann begann der Tag in London wie andere auch: Sie fuhr mit dem Rad in die Redaktion der Zeitung „Emerging Markets“. Zehn Minuten braucht die 26-Jährige Oldenburgerin von ihrer Wohnung im zentralen Stadtteil Shoreditch vorbei an der Pauls-Kathedrale ins Büro.

Um 9.20 Uhr hört sie von den Explosionen und ruft sofort ihre Mitbewohnerin an, die an der Liverpool-Station einsteigen muss. „Ich habe mir immer gedacht, wenn etwas passiert, dann hier“, erzählt Sophia Hoffmann. „Tausende Menschen, die in wenigen Minuten kommen und gehen.“ Ihre Freundin wurde zwar nicht verwundet, saß aber in dem evakuierten Zug. Dort habe eine Frau eine rauchende, kleine Plastiktüte gesehen. Sie schrie, dann wurde die Notbremse gezogen und sofort evakuiert. Dann sei die Bombe auch schon hochgegangen.

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„Wir sind hier alle sensibilisiert, in den U-Bahnen auf unbeobachtetes Gepäck zu achten“, berichtet Sophia Hoffmann, die im Oldenburger Schlossgartenviertel aufgewachsen ist. „Es war immer klar, es würde passieren. Die Frage war – wann oder wo?“ In ihrem Stadtteil Shoreditch leben viele Muslime. „Meine Nachbarin ist eine tief verschleierte Frau.“ So war sie besonders erstaunt, dass dennoch auch in so einem Viertel eine Bombe explodierte.

An Arbeiten sei an diesem Tag nicht mehr zu denken gewesen. Gegen Mittag ging sie nach Haus. „Es war gespenstisch, die Hauptstraßen voller Fußgänger. – Kein Bus fuhr, nur ein paar Taxis waren unterwegs. Alle gingen zu Fuß.“ Ihr habe es deutlich gezeigt, wie verletzlich so eine Metropole sei. „Alle haben sich sehr diszipliniert verhalten, typisch britisch. Aber trotz des Schocks eben auch mit dem festen Willen, wir lassen uns nicht unterkriegen.“

Susanne Eames-Pleines arbeitet als Dolmetscherin in London und war gerade in der Belmont Primary School. Sie hatte sich den Tag frei genommen, um ihrer Tochter beim Wettrennen zuzuschauen. „Es war ein Sporttag geplant“, berichtet die Oldenburgerin, die vor 25 Jahren am Gymnasium Eversten Abitur machte. „Um 11 Uhr hat die Lehrerin uns informiert und alles abgebrochen.“ Eine ihrer Freundinnen habe versucht, ihren Mann – einen Arzt – im Krankenhaus anzurufen. Sie durfte nicht mit ihm sprechen. „Da waren wir alle noch aufgeregter.“

Am Nachmittag hat sich Susanne Eames über BBC informiert. „Die Sommerferien stehen vor der Tür“, sagt sie, „wir haben viele Ausflüge geplant. Aber sollen wir die Familie der Gefahr aussetzen?“ In gewisser Weise hätten also die Terroristen ihr Ziel erreicht. „Aber auf der anderen Seite schweißt das Unglück die Londoner zusammen.“ Dieser Tag hat für Susanne Eames vieles verändert.

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