Daten zu der Erkrankung
Die Patientenveranstaltungen
„Der zweite Atem - Leben mit Lungenkrebs“ finden seit 2005 in ganz Deutschland statt. Oldenburg ist die 38. Stadt, in der über Lungenkrebs in diesem Rahmen informiert wird.Das durchschnittliche Erkrankungsalter
bei Männern und Frauen liegt bei 66 Jahren. Von allen Krebsarten hat der Lungenkrebs eine der niedrigsten Überlebensraten.In 50 bis 60 Prozent der Fälle kann der Krebs nur noch kontrolliert, nicht aber geheilt werden.
85 Prozent
der Patienten sind Raucher. Je früher man damit beginnt und je mehr geraucht wird, desto größer ist das Risiko: Mehr als 25 Zigaretten pro Tag erhöhen das Risiko um das 25-fache.Experten haben über Lungenkrebs informiert. Für Lungenkrebs-Erkrankte ist eine Selbsthilfegruppe geplant.
Von Sina Zimmermann
Oldenburg Es ist wie ein Tsunami, der über der Seele hereinbricht. Die Diagnose, an Lungenkrebs erkrankt zu sein, trifft die Patienten oft völlig unvorbereitet, weiß die Diplom-Psychologin Christine Erdmann vom Pius-Hospital. Sie ist eine der Experten bei der Patienten-Informationsveranstaltung „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“. Zusammen mit zahlreichen Medizinern der Region wurde am Sonnabend in der Kulturetage über Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Lungenkrebserkrankung gesprochen. Die Gesprächsrunde leitete Dieter Kürten, der ehemalige Moderator des ZDF-Sportstudios.
In Deutschland erkranken im Jahr über 46 000 Menschen an Lungenkrebs. Damit ist diese Erkrankung die häufigste Krebs-Todesursache bei Männern, bei Frauen die dritthäufigste (nach Brust- und Darmkrebs). Der Lungenkrebs breitet sich oft schleichend aus. Wenn die Symptome bemerkt werden, ist es für eine Heilung oft zu spät.
Die Hauptursache ist das Rauchen. Aber auch das Einatmen von Asbest und Dieselruß können Auslöser sein. Selbst eine gesunde Lebensweise kann nicht vor dem Krebs schützen, weiß Fernsehmoderatorin Miriam Pielhau. Als sie ihre Diagnose erhielt, war sie 32 Jahre alt. „Ich ernähre mich gesund und mache regelmäßig Sport. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Thema je betreffen könnte“, sagt sie.
Es gibt drei Hauptmöglichkeiten, den Lungenkrebs zu behandeln: Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Abhängig davon, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob auch andere Bereiche außerhalb der Lunge betroffen sind, wird über die individuelle Therapie entschieden. In einigen Fällen werden auch mehrere Behandlungen kombiniert.
„Ein offenes Gespräch ist immer besser, als alles in sich hineinzufressen", sagt Barbara Baysal. Sie hat in Deutschland 18 Selbsthilfegruppen für Lungenkrebspatienten und deren Angehörige gegründet. Auch in Oldenburg möchte sie eine Gruppe ins Leben rufen. Dazu ist für den 18. November von 17 bis 19 Uhr im Pius-Hospital ein erstes gemeinsames Treffen geplant.
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