Oldenburg - Nachdem unsere Redaktion über das Beispiel eines Gewaltproblems an einer Oldenburger Grundschule berichtet hat, hat sich nun auch das Kultusministerium in Hannover dazu geäußert. Eine Mutter hatte den Fall ihres Sohnes geschildert, der mehrfach von verschiedenen Schülern angegriffen worden sei. Die Oldenburgerin forderte mehr pädagogisches Personal und eine Ausweitung der Präventionsarbeit gegen Gewalt und Rassismus.
Ob sich das Problem an Grundschulen in den vergangenen Jahren verstärkt hat, dazu trifft das Ministerium keine konkreten Aussagen. Hinweise zur Jugendgewalt liefere die Kriminalstatistik, welche erstmals auch wieder einen Anstieg im Bereich der Jugendgewalt festhalte. Die konkreten Zahlen zeigten zwar, dass es auch im Grundschulalter Straftaten gibt. „Ob diese jedoch auch an der Grundschule passieren, wird in der Statistik nicht erfasst“. Der Präsident des Bundeskriminalamts sehe eine Ursache für die gestiegenen Gewalttaten in der multiplen Krisenlage (Corona, Ukraine, etc.), welche auch generell die mentale Gesundheit der Jugendlichen belaste.
Präventionskonzept
Grundsätzlich gelte, so das Ministerium weiter, dass alle Schulen in Niedersachsen ein Sicherheits- und Präventionskonzept hätten, das dabei helfen könne, Gewalt im Vorfeld zu verhindern. „Die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung (RLSB) helfen bei Bedarf dabei, ein solches Konzept zu entwickeln und/oder fortzuschreiben – dafür gibt es landesweit vier Regionalbeauftragte für Prävention und Gesundheitsförderung.“
Weiterhin verweist das Ministerium auf landesweite Projekte, die Menschen im Umgang mit Konflikten schulen und die von den Schulen fortlaufend abrufen werden können: Buddy (verantwortliches Handeln und Konfliktlösung), KIK (Kommunikation-Integration-Kooperation in Schule und Unterricht), Lions Quest (Sozialkompetenztraining), MIT (Mobbing-Interventions-Team) und PaC (Prävention als Chance).
Maßnahmen möglich
Trotz Prävention könne es zu Auseinandersetzungen, Körperverletzungen und respektlosem Verhalten einzelner Schülerinnen und Schüler kommen. „In diesen Fällen sollten sich die Betroffenen bzw. deren Erziehungsberechtigten an die Lehrkräfte oder die Schulleitung wenden, um gemeinsam über sinnvolle und lösungsorientierte Schritte zu beraten.“ Dazu gehören zunächst Gespräche mit den Schülern, Erziehungsberechtigten und Lehrern. Darüber hinaus habe die Schule die Möglichkeit, Erziehungsmittel oder Ordnungsmaßnahmen zu verhängen. Auch die Schulsozialarbeit könne in solchen Fällen unterstützen, genauso wie die Jugendhilfe oder der Präventionsbeauftragte der Polizei.
„Das RLSB berät und unterstützt Schulen schulfachlich, schulpsychologisch und schulrechtlich. Auch Erziehungsberechtigte können sich bei Bedarf direkt an die Schulpsychologie wenden und um Unterstützung bitten“, heißt es weiter. Bei schweren Gewaltvorfällen müsse die Schule zudem die Polizei informieren.
