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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Glänzender Übergang bei Goldschmieden

26.01.2017

Oldenburg Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Nur wann ist das? Für Goldschmied und Schmuckdesigner Manfred Buchmesser war sein Beruf ein Leben lang schön. Lehre in Graz, Studium in Hanau, arbeiten in Dänemark, London, Bielefeld und schließlich seit Jahrzehnten Inhaber der Galerie D’Or in Oldenburg. Ihm macht es noch immer Spaß. Doch so langsam hat ihm Ehefrau Gisela Buchmesser ins Gewissen geredet: Im Alter von 70 sei es nun wirklich einmal an der Zeit, wenn man in seinem Ruhestand noch etwas unternehmen wolle. Und außerdem gibt es mit Thomas Kunke auch noch einen Nachfolger, der das Geschäft im Herbartgang weiterführt.

Ein idealer Zeitpunkt also? „Ja, das kann man wohl so sagen“, meint Manfred Buchmesser, zumal er sich mit seinem Nachfolger so gut versteht, dass er als „freier Berater“ im Geschäft zwei- bis dreimal die Woche mitarbeitet. Die Männer kennen sich lange aus der Gold- und Silberschmiede-Innung: Kunke, Goldschmied aus Wiefelstede, kümmert sich im Vorstand als Ausbildungsverantwortlicher um den Nachwuchs.

Buchmesser und Kunke haben die Geschäftsübergabe geplant, denn einen Nachfolger aus der Familie gab es bei Buchermessers eben nicht. Sohn Philipp ist Manager in einem großen IT-Unternehmen in Frankfurt und hat andere Ziele.

1977 hatten Lothar Manfred Buchmesser und Klaus Olligs gemeinsam die Galerie D’Or gegründet und 30 Jahre lang gemeinsam geführt, ehe Olligs seinen Hauptwohnsitz nach Mallorca verlegte und aus der Galerie ausstieg. Seither führen Manfred und Gisela Buchmesser das Geschäft gemeinsam.

Auch im Goldschmiedehaus in Hanau findet sich eine Arbeit Manfred Buchmessers. Er fertigte auch die Bürgermeisterketten für die Stadt Uelzen (1970) und für Oldenburg (1981). „Stilistisch sind die beiden Entwürfe ganz unterschiedlich“, erläutert der Goldschmied. Die Uelzener hatten sich jüngst bei ihm gemeldet, um die Kette aufarbeiten zu lassen und zum selben Zeitpunkt musste er die Oldenburger reinigen.

Für den Arbeitgeberverband hat Manfred Buchmesser einen Ehrenring entworfen und für die NWZ  die Anstecknadeln, mit denen die „Oldenburger des Jahres“ geehrt werden.

Bei der Gestaltung der Geschäftsübergabe an Thomas Kunke haben sich beide viele Gedanken gemacht. „Von hundert auf null, das wollte ich nicht“, erzählt Manfred Buchmesser. Und so kann er zwar Verantwortung abgeben, aber fühlt sich doch noch nicht völlig abgehängt.

Wenn er durch seine Entwurfsbücher blättert – in denen alle Schmuckstücke in filigranen Zeichnungen mit Materialangaben festgehalten sind – dann weiß er zu vielen Ringen, Ketten oder Armreifen auch noch die Geschichten. Anonymisiert natürlich, Diskretion gehört zum Geschäft. Kreativität begegnet ihm überall. „Eigentlich habe ich das immer aus mir heraus geschöpft“, sagt der gebürtige Grazer. „Ich sehe einen Stein und verbinde das mit der Person, die das Schmuckstück tragen wird.“

Die Zeit für andere Dinge wächst. Daran muss er sich gewöhnen: Karate war schon immer sein Hobby. Auch gemeinsam mit Ehefrau Gisela reisen, steht auf dem Programm. Und die deutsche Staatsbürgerschaft will er beantragen, wo er seit über 45 Jahren in diesem Land lebt.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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