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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Staatsschutz kann Verdächtigen nicht überführen

26.03.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T09:19:30Z 280 158

Grabschändung In Oldenburg:
Staatsschutz kann Verdächtigen nicht überführen

Oldenburg Die Tat im vergangenen November sorgte für großes Entsetzen in der Stadt: In der Nacht zum Totensonntag waren acht Gräber und die Trauerhalle des jüdischen Friedhofs mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Tat ist allerdings bis heute nicht aufgeklärt.

Von Anfang an richtete sich der Tatverdacht gegen einen 32-Jährigen aus der rechten Szene. Überführen konnte die Polizei den Mann bisher nicht. „Die Ermittlungen dauern noch an“, sagte Polizeisprecher Mathias Kutzner am Dienstag der NWZ.  Da von einer politisch motivierten Straftat ausgegangen wird, leitet der Staatsschutz die Ermittlungen.

In den vergangenen zehn Jahren gab es nach Auskunft des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sechs Anschläge auf den jüdischen Friedhof an der Dedestraße. Bei der jüngsten Tat im November wurden die Gräber großflächig mit schwarzer Farbe besprüht.

Schnell geriet der 32-Jährige aus der Neonazi-Szene in Verdacht. Dieser war am Abend zuvor am Marschweg beobachtet worden, wie er Hakenkreuze an Betonpfeiler der Autobahnbrücke sprühte. Bei der Überprüfung entdeckte die Polizei an der Kleidung und an den Händen des Mannes schwarze Farbe. Hakenkreuz-Schmierereien gab es in der Nacht auch bei der IGS Helene-Lange-Schule und am Marschwegstadion. Nach der Vernehmung wurde der Beschuldigte wieder entlassen.

Als Reaktion auf den Anschlag riefen der Bürgerverein Osternburg-Dammtor und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu einer Mahnwache am Friedhof auf. Zugleich verurteilte der Rat die Schändung in einer Resolution. Die Oldenburger Malerfirma Janßen & Sohn entfernte die Schmierereien auf eigene Kosten.

Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich derweil schwierig. Zum einen gibt es kein Geständnis. „Zum anderen fehlen uns ausreichende Sachbeweise“, erklärt Mathias Kutzner. Überdies hätten sich bislang keine Zeugen für die Tat auf dem jüdischen Friedhof gemeldet.