Oldenburg - Xi: vierzehnter Buchstabe des griechischen Alphabets. Tö: umgangssprachlich für Toilette. St: Lautäußerung, durch die jemand auf sich aufmerksam machen will. Alles Wörter, die im Duden stehen und die man kennen muss – jedenfalls wenn man auf hohen Niveau beim Scrabble bestehen möchte. Für die 19 Spieler am Wochenende im PFL gehörten diese und viele andere zweibuchstabige Wörter zum Standardrepertoire.

„Diese und auch alle mit drei Buchstaben wissen die meisten auswendig“, erklärt Ute Domsky. Sie hat zum ersten Mal ein dreitägiges Sommer-Scrabble für den Verein Scrabble Deutschland in Oldenburg organisiert. Teilnehmer aus dem ganzen Land sind dafür angereist. „Aber geübte Spieler kennen insgesamt sehr viele Wörter.“

Darunter sind unzählige Begriffe, die man im normalen Leben niemals verwendet, die aber – das schreiben die Regeln vor – im Duden stehen. Dazu gehören zum Beispiel auch die in Österreich oder der Schweiz vorkommenden Eigenarten der deutschen Sprache. Ein umfangreicher Wortschatz hilft ungemein, um aus einem gezogenen Buchstabensalat ein Punkte bringendes Wort aufs Spielbrett zu bekommen.

K Y M R und E legt Lea Doobe aus Bremen aufs Brett. Die exakte Bedeutung von Kymre ist ihr nicht ganz geläufig, aber sie weiß, dass ein Gegner einst schon einmal damit gepunktet hat. Dass es sich dabei um einen keltischen Bewohner von Wales handelt, stellt sich bei der Nachrecherche mit dem Smartphone heraus. „X und Y habe ich gern, damit macht man viele Punkte“, meint Lea Doobe – natürlich nur, wenn man Wörter wie Kymre kennt.

Ihrem Gegner Karl Brauer, ebenfalls aus Bremen, ist der Begriff neu. Trotzdem gewinnt er, weil er gleich drei Mal alle sieben Steine von seinem Halter auf dem Brett unterbringen kann und damit jede Menge Sonderpunkte erhält.

„Das Spiel ist sehr kommunikativ“, findet er. Was man beim Beobachten nicht so richtig glauben mag. Während des Spiels wird allerhöchstens leise gemurmelt. Das einzige Geräusch ist das Klackern, wenn aus den Buchstaben-Säckchen neue Steine gezogen werden. „Die Gespräche finden hinterher statt“, erklärt Brauer, „wenn man über die gelegten Wörter diskutiert“.

Oder über verschiedene Strategien. Zum Beispiel ein E für später aufzusparen, obwohl man es gleich legen könnte. Oder im richtigen Moment den Neuanfang zu wagen, wie Bernt-Dieter Köhler. „Wenn man Mist hat und nicht den Mut aufbringt, alle Steine zu tauschen, dann bleibt man auf vier Ms und drei Cs sitzen“, erklärt der Hamburger. Können und Glück müssen zusammenkommen, um eine Partie zu gewinnen, weiß der erfahrene Scrabble-Spieler.

Diese Kombination konnte Martin Gahlow am besten vereinen. Der Braunschweiger siegte beim Sommer-Scrabble mit 926 Punkten und neun Siegen vor Maria Feige aus Roetgen (772 Punkte – neun Siege) und Claudia Benning aus Nienburg (564 Punkte – acht Siege).

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)