Sind die Pläne realistisch? Oldenburg hat täglich 43.000 Einpendler. Die werden wohl kaum ihr Auto an der Stadtgrenze abstellen und das letzte Stück zur Arbeit mit dem Bus fahren. Dazu kommen beinahe 24.000 Auspendler. Ab der Stadtgrenze sind auch sie wieder auf ihr Auto angewiesen.
Bleiben die immerhin 42.000 Binnenpendler. Die drängen sich morgens und abends in einem schmalen Zeitfenster in den Bussen, danach fahren diese bis in die späten Abendstunden weiter, beinahe leer. Gelenkbusse schlängeln sich bis spät durch die Vororte, elf Tonnen Leergewicht und 300 PS, mit gerade einmal drei bis vier Fahrgästen. Und dieses Angebot soll nun ausgebaut werden?
Dazu führt der gleichzeitige Ausbau der Fahrradwege zu einem klassischen Zielkonflikt, denn umwelttechnisch konkurrieren ÖPNV und Fahrradverkehr um dieselbe Zielgruppe: Die umweltbewussten innerstädtischen Pendler. Die fahren im Winter mit dem Bus und steigen im Sommer aufs Fahrrad um. Und der Bus fährt dann leer hinterher. Für die Umwelt.
