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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Grün und gerührt

28.04.2017

Kalt war’s und der Wind blies – aber solche Widrigkeiten werden in Osternburg einfach ignoriert. Der Pflanzenflohmarkt, veranstaltet vom Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor, findet bei jedem Wetter statt. Und das seit 1986. „Vor mehr als 30 Jahren waren wir somit der erste Bürgerverein Oldenburgs mit dieser inzwischen sehr beliebten Aktion“, sagt Vorstandsmitglied Heidi Tauchert (2. Schriftführerin).

Auch der jüngste Pflanzenflohmarkt auf dem Gelände am Combi-Markt an der Bremer Heerstraße war wieder gut besucht. Organisiert worden war er wieder von Wilfried Koopmann, Beisitzer im Bürgerverein. Gartenbesitzer schätzen den Pflanzenmarkt als gute Gelegenheit, um überzählige Stauden, Sträucher und anderes selbst anzubieten oder zu Flohmarktpreisen neue Pflanzen zu erwerben. Nebenbei sind es die Gespräche, Fachsimpeleien rund um das grüne Hobby, was diesen Osternburger Pflanzenflohmarkt auch als Treffpunkt so beliebt macht.

Seltsames Training

Einer Überraschung folgte die nächste: Günter Schröder, seit 43 Jahren Vorsitzender des Judo-Clubs Achernmeer-Hundsmühlen, kam aus dem Staunen nicht raus. Der Meister im Aikido hatte sich mit einer Handvoll seiner Kampfkunst-Schüler verabredet, um mit ihnen zusätzlich zum normalen Training für ihre nächste Gürtelprüfung im Aikido zu trainieren. Der Nachmittag verlief aber komplett anders als von ihm erwartet.

Als Günter Schröder im Vereinsheim in Hundsmühlen (an der Diedrich-Dannemann-Straße gleich hinter der Stadtgrenze) eintraf, wunderte er sich als erstes über die für diese Uhrzeit ungewöhnlich vielen Autos auf dem Parkplatz. Gleich im Eingangsbereich traf er auf einen seiner ersten Schüler, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und der vor über 30 Jahren bei ihm mit dem Aikido begonnen hatte. Dessen Erklärung, dass dieser nur zufällig mal wieder vorbeischauen wollte, erschien Schröder ungewöhnlich, aber die Freude war dennoch groß.

Es ging seltsam weiter – sowohl in der Umkleide wie später im Dojo (das ist ein vollständig mit Matten ausgelegter Trainingsraum). Es tauchten immer mehr aktuelle und ehemalige Schüler auf, um am Training teilzunehmen. Sogar einige, die zurzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr trainieren können, erschienen, um beim Training zuzusehen.

Niemand der Anwesenden verriet, worum es wirklich ging. Allesamt behaupteten sie, dass sie einfach nur mal wieder zusammen trainieren wollten. Die Freude, die Ehemaligen wiederzusehen und auch von den aktiven Schülern so viele beim Training zu haben, war Günter Schröder sichtlich anzusehen. „Alle sagten, sie seien zum Training gekommen, da konnte ich keine weiteren Fragen stellen und hatte auch keine Zeit für weitere Überlegungen, sondern ich musste mich auf ein gutes Training konzentrieren“, sagte Schröder später.

Während des Trainings herrschte unter den Schülern eine außergewöhnliche, aufgeregte Anspannung. Günter Schröder registrierte auch, dass sich im Zuschauerbereich immer mehr Leute aus der Familie und dem Freundeskreis einfanden, die mit Aikido eigentlich nichts zu tun haben und alle unter fadenscheinigem Vorwand zuschauen wollten.

Nach einer Stunde intensiven Trainings endlich wurde auch dem Vereinsvorsitzenden klar, worum es ging. Es erschien nämlich Wolfgang Sambrowski-Gille, ein Mitglied des Vorstandes des Bundes Deutscher Aikido-Lehrer. Nach einer herzlichen Begrüßung knieten sich alle Schüler am Mattenrand hin, Sambrowski-Gille trat nach vorne und verlieh einem zu Tränen gerührten Günter Schröder drei Tage vor dessen 71. Geburtstag in einer offiziellen Zeremonie den 4. Meistergrad im Aikido. Direkt nach der Graduierung knallten die Sektkorken, es wurde gratuliert und ausgelassen gefeiert.

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Bürger- und Gartenbauverein | Combi-Markt