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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Halbmillionär verkauft Pillen

19.12.2009

OLDENBURG Die Oldenburger erkennen ihn: Wenn Hans-Martin Schulze in ein Lokal kommt, schauen Männer und Frauen tuschelnd in seine Richtung. Mutige sprechen ihn an und bitten um ein gemeinsames Handy-Foto. Der finanziell erfolgreiche Auftritt bei „Schlag den Raab“ liegt zwar bereits drei Monate zurück, vor zwei Wochen war der 24-Jährige aber noch einmal in der Fernsehsendung „Jahresrückblick mit Kerner“ zu sehen.

Für den Pharmazie-Praktikanten aus Oldenburg waren die vergangenen Monate nicht einfach. Sein Sieg über Stefan Raab in der Sonnabend-Abendshow auf Pro 7 brachte ihm zwar einen Gewinn von einer halben Million Euro, aber auch viele Buhrufe und eine beispiellose Mobbing-Kampagne gegen seine Person ein. In Internet-Foren zogen Zuschauer schon während der Sendung beleidigend über den drahtigen Hobby-Fußballer vom TuS Eversten her.

Mit seinem selbstsicheren und teils arrogant wirkenden Auftreten hatte sich der hochbegabte Raab-Herausforderer (Intelligenzquotient von 143 nach eigenen Angaben) die Sympathie beim Publikum verspielt. „Es gehört zu einem Wettkampf dazu, dass man seinen Kontrahenten auch mal mit einem Spruch provoziert. Letztlich habe ich mich nur so verhalten, wie es Stefan Raab sonst gegenüber seinen Kandidaten tut“, kann Hans-Martin Schulze die Anfeindungen der Zuschauer nicht nachvollziehen.

Von den Hass-Tiraden im Internet ließ sich der gebürtige Pinneberger nicht beirren. „Die Anfeindungen haben mir nichts ausgemacht, denn meine Freunde hielten zu mir“, erzählt er. Und von Leuten auf der Straße habe er viel Lob für den Sieg gegen Raab bekommen.

Trotz der aufregenden Zeit und des 500 000-Euro-Gewinns habe sich sein Leben nicht verändert. Der Halbmillionär, der seit Juli als Praktikant in der Bloherfelder Vita-Apotheke arbeitet, verzichtete auf besondere Anschaffungen. „Es gab weder eine Weltreise noch ein neues Auto. Für meine Kumpels habe ich aber eine Party geschmissen.“

Von seinem Gewinn spendete Schulze 10 000 Euro, um ein Projekt für hochbegabte Kinder zu unterstützen. Außerdem überwies er den fünf anderen Kandidaten, die damals im September nicht gegen Stefan Raab antreten durften, jeweils 5000 Euro. „Das hatten wir vor der Sendung untereinander vereinbart. Bedankt dafür haben sich bisher nur zwei Kandidaten“, berichtet der angehende Apotheker, der seinen Gewinn als Startkapital für seine berufliche Zukunft sieht.

In Oldenburg wird man Hans-Martin Schulze künftig wohl nur noch selten treffen. Er zieht zum Jahresende in die Nähe von Hamburg, wo er sein Praktikum – wie geplant – in einer anderen Apotheke fortsetzt.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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