Oldenburg - Das jahrelange Warten hat ein Ende: Die Deutsche Bahn AG kündigt „vorbereitende Arbeiten für die Sanierung der historischen Gleishalle im Oldenburger Bahnhof“ an. Beginn ist bereits an diesem Sonntag. Auf dem Bahnsteig für die Gleise 7 und 8 werden dann provisorische Stützpunkte für die Oberleitung angebracht, anschließend wird die bestehende Oberleitung verschwenkt, teilt die DB mit. Der Beginn der eigentlichen Sanierung des ersten Hallenschiffes ist dann für das erste Quartal 2024 vorgesehen. Die beiden Gleise sind voraussichtlich bis Juni 2024 für den Zugverkehr gesperrt.
Ursprünglich hatte die Bahn die Gleishalle abreißen wollen. Vorgesehen war, dann die Bahnsteige nach Vorbild des Hauptbahnhofs Hannover einzeln mit Betonkonstruktionen zu überdachen. Das Planfeststellungsverfahren wurde nach viel Kritik Anfang 2017 endgültig zurückgezogen.
Das Ensemble des von 1911 bis 1915 in den Formen des Heimat- und Jugendstils errichteten Oldenburger Bahnhofs steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Für den Erhalt der Gleishalle hatte sich vor allem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ihrer an den damaligen Bahnchef Rüdiger Grube gerichteten Stellungnahme starkgemacht. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD), Verwaltung, Rat und die Bundes- und Landtagsabgeordneten setzten sich ebenfalls für eine Sanierung ein. Die Oldenburgische Landschaft legte ein Memorandum vor, das die Bahn zu Alternativplanungen aufforderte. Schließlich sicherte Bahnchef Grube in Anwesenheit von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) im August 2016 eine „gute Lösung“ für die Gleishalle zu.
„Die lang ersehnte Sanierung der historischen Gleishalle am Bahnhof Oldenburg steht nun endlich bevor. Ich freue mich sehr, dass es mit diesen vorbereitenden Arbeiten jetzt auch für alle sichtbar losgeht“, kündigt Bärbel Aissen, Leiterin der Region Nord der DB Station&Service AG, an.
60 Millionen Euro sind für die komplette Sanierung der Gleishalle eingeplant, alle Arbeiten sollen im Herbst 2027 abgeschlossen sein.
