Oldenburg - Bei Otto Krippner kamen zwei Leidenschaften zusammen: Die fürs Fotografieren hatte er schon seit seiner Jugend, die für Heißluftballons begann im Jahr 1989. Da ging der heute 73-Jährige – beruflich veranlasst – erstmals mit einem Ballon in die Luft. Das sollte Folgen haben. Zu sehen sind sie ab sofort in einer Foto-Ausstellung mit dem Titel „Heiße Luft in bunten Hüllen“ im August-Carrée, Auguststraße 7.

Auf den drei Stockwerken an den Wänden zwischen den Arztpraxen verteilt kann man nun für etwa ein halbes Jahr eine Auswahl der Tausenden von Fotos sehen, sie sich im Laufe der Jahre in Krippners Fundus angesammelt haben. Den Erstkontakt mit einem Heißluftballon hatte der pensionierte Mathematik- und Sportlehrer Ende der 80er Jahre durch eine Projektwoche am Neuen Gymnasium.

Damals konstruierte er mit 36 Schülerinnen und Schülern (sowie sechs Nähmaschinen) in der Schulturnhalle einen acht Meter hohen Modellheißluftballon.

Und weil Krippner bei den Arbeiten am Modellballon auch Informationen zu den großen Ballonen brauchte, kontaktierte er einen Ballon-Piloten aus Bremen. „Dabei erfuhr ich, dass es bei den großen Ballonen auch Wettbewerbe gab, was mich als Sport- und Mathelehrer sehr interessierte“, sagt er.

Für diese Wettbewerbe werden auch Schiedsrichter gebraucht: sogenannte Observer. Otto Krippner war sehr interessiert. Er erzählt: „Ich meldete mich sogleich zu einem Observer-Lehrgang an. Nach ein paar regionalen Wettbewerben wurde ich ein Jahr später schon zu den offenen Italienischen Meisterschaften eingeladen.“

Bis 2007 war er dann als Observer bei allen Deutschen, Europäischen und Weltmeisterschaften dabei. Die Reisen gingen beispielsweise nach Österreich, Frankreich, in die Niederlande, die USA, nach Litauen, Japan und Australien. Krippners Höhenflüge kann man nun ganz entspannt am Boden auf Fotos betrachten.