Oldenburg - Was wäre wenn... Einen Blick hinter die Kulissen menschlicher Abgründe, möglicher Visionen, realer Tragödien bietet Michel Houellebecqs vielfach gefeierter Roman „Unterwerfung“.

Seit September ist die Geschichte über Frankreich im Jahre 2022 – wo quasi über Nacht und auf friedlichem, demokratischem Wege – die laizistische Verfassung, die demokratische Grundordnung und die Menschenrechte abgelöst und durch Theokratie, Scharia-Gesetzgebung, Patriarchat und Polygamie ersetzt werden, auf der Bühne des Staatstheaters zu sehen.

Am Donnerstag, 2. März, werden Macher und Mitwirkende des Solostückes zu Gast in der Volkshochschule (Karl-straße 25, LzO-Forum auf der ersten Etage) sein: Regisseur und Oberspielleiter Peter Hailer, Schauspieler Jens Ochlast und Dramaturgin Daphne Ebner geben Einblicke in den Entstehungsprozess. 2016, in der Laudatio anlässlich der Verleihung des Schirrmacher-Preises an den polarisierenden Schöpfer Houellebecq, hieß es: „Dass die Bühnenfassung Ihres Romans ‚Unterwerfung‘ ein so großer Erfolg in Deutschland ist, hat auch mit einer Sehnsucht des Publikums zu tun, das sich wünscht, dass im Theater so ein wichtiges Thema vorkommt.“

Hauptfigur in diesem Zukunftsszenario aus dem Jahr 2015 ist der Literaturwissenschaftler Francois. Mäßig erfolgreich und vorzeitig gealtert kämpft Francois gegen Alkoholismus, schwindende Erfolgsaussichten bei Frauen und die allgemeine Lethargie des Daseins an. Während die Bevölkerung die neuen Gebote und Verbote der gewählten „Bruderschaft der Muslime“ genauso hinnimmt wie bislang schon die Senkung von Sozialleistungen oder die Privatisierung öffentlicher Dienste, steht Francois dem Ganzen zunächst skeptisch gegenüber – bis er sich dem Genuss der mannigfaltigen Privilegien hingibt, die das neue System für ihn bereithält…

Moderiert wird das Künstlergespräch über die Relevanz dieses Theaterstoffes von der Uniprofessorin Dr. Sabine Doering.

Beginn ist um 19 Uhr. Karten kosten 17 Euro an der Abendkasse. Eine vorherige Anmeldung ist möglich unter