Oldenburg - Die Stadt Oldenburg ist um ein neues soziales Angebot reicher: Für hörgeschädigte Kinder und ihre Familien gibt es mit der IFF Hören ab sofort von der Stadt Oldenburg und dem Land Niedersachsen eine weitere Leistung, mit der die Teilhabe der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben gefördert wird. Die neu gestartete Interdisziplinäre Frühförderung befindet sich auf dem Gelände des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte (LBZH) im Lerigauweg 39.
Bei jedem Kind ist die Hör- und Kommunikationsentwicklung ein zentrales Thema der ersten Lebensjahre. Liegt eine Hörschädigung vor, müssen diese Bereiche besonders engmaschig beobachtet, begleitet, gefördert werden. „Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Es gilt, familiäre Ressourcen zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung aufzuzeigen und zu stärken“, betont die Hörgeschädigtenpädagogin Bettina Rink-Ludwig. „Wir wollen Familien nach der ersten Diagnose unterstützen, sie begleiten und sie dabei aktiv in den Förder- und Behandlungsplan ihres Kindes einbeziehen.“
Gebündelte Kompetenzen
Besonders vorteilhaft ist es für Eltern, dass sie Förderung und Therapien „wie aus einer Hand“ erhalten: „Die Möglichkeit, mit erfahrenen Pädagoginnen und Therapeutinnen unsere Fachkompetenz in die IFF Hören einzubringen, freut uns sehr“, stellt Petra Feuerböther, Abteilungsleitung im LBZH, dar. Der Standort am LBZH bietet für die Angebote der IFF Hören einen passenden und geeigneten Rahmen.
Wer verbirgt sich hinter dem Team der Interdisziplinären Frühförderung (IFF Hören)? Die multiprofessionelle Belegschaft aus den Bereichen Pädagogik, Medizin und Therapie bietet unter der pädagogischen Leitung von Bettina Rink-Ludwig und der medizinischen Leitung von Dr. Walter Götte (Stadt Oldenburg) Förderung und Therapien für hörgeschädigte Kinder an, um Entwicklungsproblemen frühzeitig begegnen zu können. Das Angebot richtet sich an Kinder nach der Diagnose der Hörschädigung bis zur Einschulung.
Einzel- und Gruppenförderung
Abgestimmt auf jedes Kind gibt es direkte Einzelförderungen bis hin zu systemischen Angeboten und Peergroup-Treffen. Auch Gruppenangebote für Eltern und Familien gehören zu einem festen Bestandteil der IFF und ermöglichen Begegnung und den Austausch mit Gleichbetroffenen. Bedarfsbezogene Gesprächs- und systemische Angebote der Diplom-Psychologin Insa Barkemeyer ergänzen die Leistungen der IFF Hören.
Die meisten Eltern stehen der Hörschädigung ihres Kindes anfangs unvorbereitet gegenüber und sorgen sich über das zukünftige Gelingen der Kommunikation. Genau dies ist zentraler Inhalt in der IFF Hören. Für eine bestmögliche Kommunikationsentwicklung wird alltagsnahe Hör- und Sprachtherapie in Laut-/Gebärdensprache und Unterstützter Kommunikation (UK) angeboten. Parallel dazu finden Hörüberprüfungen in der Pädagogischen Audiologie statt. Der Verlauf der Hör-Entwicklung des Kindes und die technischen Einstellungen von angepassten Hörhilfen werden regelmäßig kontrolliert.
Beratungstermin vereinbaren
Zum komplexen Angebot gehören je nach Bedarf des Kindes auch physiotherapeutische und ergotherapeutische Behandlungen, hierfür gibt es eine Kooperation mit den Therapiepraxen Esther Homburg (Physiotherapie) und Kirsten Brüna (Ergotherapie).
Für Eltern besteht im Vorfeld die Möglichkeit, ein Beratungsgespräch in der IFF Hören zu vereinbaren, einfach per E-Mail an iff@lbzh-ol.niedersachsen.de. Hier können vor der Antragstellung erste Fragen und ein Überblick über mögliche Förderungen ausgetauscht werden. Als Leistung der Eingliederungshilfe wird der Antrag für eine interdisziplinäre Frühförderung am besten bei der Stadt Oldenburg per E-Mail an soziales@stadt-oldenburg.de gestellt oder telefonisch unter 0441/2352305.
