HUNDSMüHLEN - Als die Jagdhornbläsergruppe Barneführerholz ihren musikalischen Willkommensgruß anstimmten, blieb „Kranich“ noch einigermaßen ruhig. Später schien dem Schimmel der Trubel doch etwas zu viel, und Ingo Bekaan alias Graf Anton Günther hatte seine liebe Mühe, das tänzelnde Pferd im Zaum zu halten. Ruhiger verhielt sich der Braune der Knappin Gundula Grunwald, die den hochherrschaftlichen Gast bei seinem Besuch in Hundsmühlen begleitete. Beide waren in historischen Kostümen beim Ortsfest erschienen, um die Bevölkerung in wohlgesetzten Worten huldvoll zum traditionellen, inzwischen 400. Kramermarkt einzuladen.

Die Gastgeber aus der Gemeinde Wardenburg hatten ebenfalls eine historische Figur des 17. Jahrhunderts aufgeboten, die neben Bürgermeisterin Martina Noske die Gäste aus der Residenzstadt willkommen hieß: Graf Anton Günthers katholischen Widersacher aus dem 30-jährigen Krieg, den kaiserlichen Feldherrn Tilly, dargestellt von Heiner Meisner.

Nach der Begrüßung der Oldenburger Gäste, die sich nicht lumpen ließen und große Lebkuchenherzen überreichten, bekamen diese ein eigens von der Bäckerei Jürgens kreiertes Roggenmischbrot zu kosten, die Graf-Anton-Günther-Kruste, frisch aus dem Holzbackofen.

Das Ortsfest bot viele Möglichkeiten, sich zu amüsieren und zu informieren. Die Volkstanzgruppe Benthullen/Harbern lud zum gemeinsames Tanzen ein. Nachmittags musizierte das Petersfehner Blasorchester Brass-Sax.

Hungrig brauchte keiner nach Hause zu gehen: Die Frauen des Ortsvereins, der das Fest organisierte, boten Kaffee und Kuchen an. Es gab außerdem Kartoffelpuffer, Gegrilltes, Erbsensuppe und Getränke. Erstmals vertreten war ein Winzer von der Mosel, der den Besucher edlen Rebensaft kredenzte.