Oldenburg - Das Projekt Abriss und Neubau der Huntebrücke hat mit einem symbolischen Spatenstich am Donnerstag nun auch offiziell begonnen, nachdem bereits seit Wochen Vorbereitungen laufen, inklusive Einspurigkeit in beide Fahrtrichtungen und zeitweiser Sperrungen. Das Mammut-Projekt wird Oldenburg und das Umland einige Jahre beschäftigen. Wir haben einige Zahlen zu dem Großprojekt zusammengestellt.
Symbolischer Spatenstich, aufgrund des Wetters aber fern der Brücke: (von links) Ludger Schleper (Autobahn GmbH), Johann de Buhr (Landesbehörde Straßenbau und Verkehr), Jens Nacke (CDU-Landtagsabgeordneter), Cord Lüesse (Autobahn GmbH), Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Anne Rethmann, Björn Köpp und Gesa Temminghoff (alle Autobahn GmbH). Bild: Torsten von Reeken
441 Meter lang wird die neue Huntebrücke nach der Fertigstellung sein, dazu 31 Meter breit und knapp 30 Meter hoch. Das Bauwerk ist bei der Errichtung so groß geplant worden, weil die Hunte eine Bundeswasserstraße ist und damit Schiffe in entsprechender Größe hindurchpassen müssen. Die Gesamtmaßnahme umfasst übrigens einen rund drei Kilometer langen Abschnitt, in dem auch die Fahrbahn sowie die Brücke über die Holler Landstraße erneuert werden.
14 V-förmige Doppelpfeiler wird der Neubau haben. Das ist eine deutliche Reduzierung. Bislang ruht die Huntebrücke auf 36 Einzelpfeilern. Der Vorteil ist, dass im Gegensatz zum jetzigen Bauwerk kein Pfeiler im Wasser stehen und damit auch keine Kollisionsgefahr mit Schiffen mehr gegeben sein wird. Aus Sicht von Cord Lüesse, Leiter der Nordwest-Niederlassung der Autobahn GmbH, fügt sich die Brücke dadurch zudem besser in die Landschaft ein „und bleibt eine markante Landmarke“.
1978 ist die jetzige Huntebrücke fertiggestellt worden. 45 Jahre sei eigentlich kein besonderes Alter für Brücken, so Lüesse. Allerdings sei das Bauwerk damals nicht für das heutige Verkehrsaufkommen und die höheren Achslasten geplant worden. „Das Aufkommen hat sich seit der Fertigstellung der Brücke verdoppelt.“ Dementsprechend sei die Erneuerung früher als ursprünglich angedacht nötig.
104 Millionen Euro sollen die Baukosten für das Gesamtvorhaben betragen, also inklusive Autobahnsanierung und neuer Brücke an der Anschlussstelle Oldenburg-Hafen. Auch diese Kalkulation musste zuletzt aufgrund gestiegener Baukosten angehoben werden. Was es tatsächlich kosten wird, wird erst die Schlussrechnung zeigen. Immerhin: Die Finanzierung ist gesichert. Anne Rethmann, Geschäftsführerin Finanzen bei der Autobahn GmbH, stellte klar, dass das Projekt durch das jüngste Verfassungsgerichtsurteil zum Bundeshaushalt nicht gefährdet ist. „Die Verpflichtungsermächtigung ist im Haushalt eingestellt.“
2029 soll das Bauprojekt im ersten Quartal abgeschlossen werden. Lüesse und Ludger Schleper, Leiter der Außenstellen Oldenburg bei der Autobahn GmbH, gehen sehr selbstbewusst davon aus, diesen Termin einhalten zu können, trotz Personalmangels und anderer Widrigkeiten in der Baubranche. „Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft aus mehreren Oldenburger Firmen mit dabei. Die wollen zeigen, dass sie es können“, so Schleper. Lange Baupausen befürchtet Lüesse nicht. „Bei solchen Projekten kann man nur wirtschaftlich arbeiten, wenn es kontinuierlich vorangeht.“
