Frage: Was ist Rassismus?

Schnepf Rassismus ist die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer (angenommenen) Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Benachteiligungen können im Alltag auf der Straße passieren, aber ebenso auch durch die Polizei – zum Beispiel durch verdachtsunabhängige Personenkontrollen, Behörden oder Gesundheitseinrichtungen. In unserer heutigen Zeit nimmt Rassismus immer mehr zu, da auch die Politik stärker nach rechts rückt. Das zeigt sich zum Beispiel an der aktuellen Asylpolitik.

Frage: Wo liegen die Ursprünge im Rassismus?

Schnepf Ich denke, es gab schon immer Rassismus in menschlichen Gesellschaften. Unsere Gesellschaft ist stark von der Kolonialzeit und vom Nationalsozialismus geprägt. Noch heute werden zum Beispiel Länder des Südens als Rohstofflieferanten betrachtet. Menschen aus diesen Ländern werden hier oft systematisch benachteiligt und als Bittsteller und Bittstellerinnen angesehen. Das liegt unter anderem daran, dass die Kolonialzeit nie richtig aufgearbeitet wurde. Es fehlt häufig gerade Menschen, die nicht selbst von Rassismus betroffen sind, die schmerzliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Frage: Warum können Menschen zu Rassisten werden?

Schnepf Es kann schon im Kindesalter beginnen, durch bestimmtes Spielzeug, die Medien und Werbung. Auch durch den Rechtsruck in der Politik wird Rassismus verstärkt.

Frage: Wann fangen Rassismus und Diskriminierung an?

Schnepf Es geht schon bei ganz kleinen Sachen los. Wenn eine schwarze Person immer wieder gefragt wird, wo sie herkommt. Auch die Aussage „Sie sprechen aber gut Deutsch“ vermittelt Menschen immer wieder, dass sie nicht dazu gehören. Das sind sogenannte Mikroaggressionen, die im Alltag oft vorkommen. Für die Betroffenen ist das immer eine Ausgrenzungserfahrung, obwohl sie sich doch eigentlich zugehörig fühlen. Deshalb sollten Menschen immer überlegen, was ihre Äußerungen für andere Menschen bedeuten.

Svenja Gabriel-Jürgens
Svenja Gabriel-Jürgens Redaktion Jever, Redaktion Varel