Im Nordwesten - Die Oldenburger Staatsanwaltschaft wird gegen die Polizisten, die an einer Festnahme an der Nadorster Straße beteiligt waren, nicht weiter ermitteln. Ein Video hatte gezeigt, wie Beamte auch Faustschläge einsetzten, um einen Mann unter Kontrolle zu bekommen.
Wie Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete, sehe die Staatsanwaltschaft keinen Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Straftat. Zu den Details der Entscheidung konnte die Staatsanwaltschaft am Freitag noch keine Angaben machen.
Das Video von der Festnahme nach dem Autounfall vor zwei Wochen hatte sich in den Tagen nach der Aufzeichnung rasant in den sozialen Medien verbreitet und hitzige Diskussionen ausgelöst. Nicht zu sehen ist der vorangegangene Angriff des Mannes auf die Beamten. Die Polizei teilte mit, dass der 31-Jährige aus Ganderkesee unter anderem beleidigend und handgreiflich geworden sein soll.
Der Fall ist einer von mehreren in den vergangenen Wochen, die dafür gesorgt haben, dass die Arbeit der Polizei in und um Oldenburg öffentlich diskutiert wurde. Weitere Fälle sind der eines 19-jährigen Delmenhorsters, der im Gewahrsam der Polizei kollabierte und anschließend in einem Oldenburger Krankenhaus verstarb, sowie ein eskalierter Einsatz der Polizei in Bad Zwischenahn. Für viel Gesprächsstoff sorgte dabei vor allem die von verschiedenen Seiten eingesetzte Gewalt.
Gegenüber unserer Redaktion weist Polizeipräsident Kühme den Vorwurf eines Gewaltproblems innerhalb der Polizei klar zurück. Pro Jahr habe es zuletzt nur rund 30 Strafanzeigen gegen Polizisten aus dem Bereich der Polizeidirektion wegen Körperverletzung im Amt gegeben – von denen fast alle eingestellt worden seien. Demgegenüber stünden insgesamt etwa geschätzte 500 000 Kontakte der Beamten in einem Jahr. Er habe daher großes Vertrauen in die Arbeit der 3200 Polizistinnen und Polizisten, die in der Polizeidirektion arbeiten, sagte Kühme.
„Wenn der Verdacht einer Straftat besteht, werden solche Fälle natürlich überprüft.“ Das sei auch bei dem Fall des Mannes aus Ganderkesee so gewesen, dessen Festnahme gefilmt worden ist.

