Oldenburg - Dieses Stück Land auf dem Campus Haarentor fällt einem schon im Vorbeigehen auf, obwohl es aus der Ferne nicht besonders groß wirkt. Wer aber näher kommt, staunt darüber, was in diesen 100 Quadratmetern so alles drin steckt: Gemüse, Beerenobst, Kräuter, Wildblumen, Hochbeete, Staudenbeete, Bodenbeete – und es ist noch Platz für mehr.
Die Idee
Auf der Rasenfläche zwischen den Gebäuden A 10 und A 7 ist dieser „Campus-Garten“ entstanden. Dabei handelt es sich um ein studentisches Projekt des Nachhaltigkeitsreferats des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss). Einer der Initiatoren ist Arne Schmidt, der Evangelische Theologie und Mathematik auf Grundschullehramt studiert. Vor einem Jahr hatten er und sein Kollege Jonas Maenicke (damals AStA-Sprecher) die Idee, mit der mehrere Ziele verfolgt werden sollten: den Campus grüner machen sowie Studentinnen und Studenten das Gärtnern näher zu bringen, es ihnen überhaupt zu ermöglichen. Denn zu den meisten Studentenwohnungen gehört nicht einmal ein Balkon oder eine Terrasse.
Was gemacht wurde
Die Universität stellte die Fläche zur Verfügung und unterstützt das Projekt auch finanziell. Arne Schmidt zeigt den robusten Werkzeugschuppen, für den die Uni ein Fundament bauen ließ und auch die meisten Geräte finanzierte. In tatkräftiger Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten der Universität wurde der Garten mit Kantsteinen eingefasst. „Im Januar haben wir dann von Hand die Beete umgegraben – bei Tee und Glühwein“, erzählt Arne Schmidt vom Beginn der eigentlichen Arbeit.
Er selber habe ja keine Ahnung vom Gärtnern gehabt, verrät der 25-Jährige, der aus Göttingen stammt, und seit fünf Jahren in Oldenburg lebt. Damit sei er kein Einzelfall in der Gruppe der studentischen Hobbygärtnerinnen und -gärtner unterschiedlicher Fachbereiche, die sich hier – meist Freitagnachmittag – zum Gärtnern trifft. „Manche bringen Erfahrungen mit, andere nicht.“ Man ergänzt sich. Dieser Garten ist für alle da.
Die Wildblumenwiese: An die Insekten wurde selbstverständlich auch gedacht.
Susanne Gloger
Gemüsebeet mit Wurmturm: In dem Gefäß produzieren Würmer Kompost aus Bioabfällen.
Susanne Gloger
Brauchen Unterstützung: Die Strauchtomaten gedeihen prächtig und sind bald erntereif.
Susanne Gloger
Kräuterspirale im Quadrat: Dieses Projekt wurde für die Prüfung wissenschaftlich begleitet.
Susanne GlogerDas Projekt wird dauerhaft durch eine Lehrveranstaltung von der Biologie-Didaktikerin Dr. Birgit Weusmann begleitet. Seit Oktober 2021 leitet sie das Seminar „Der Campus-Garten: Ein vielperspektivisches Lern- und Arbeitsfeld“. Hier werden Grundlagen des Gärtnerns vermittelt, die Gestaltung des Gartens geplant und umgesetzt. Seminarteilnehmer können damit eine Prüfungsleistung ablegen. Die beiden Hochbeete aus Europaletten sind eine solche. „Auch die Kräuterspirale“, sagt Arne Schmidt und zeigt auf ein mit Ziegelsteinen eingefasstes erhöhtes Kräuterbeet. Ebenso die „Wurmtürme“, in denen Würmer Kompost aus Bioabfällen produzieren.
Wer mitmachen kann
Wer mitgärtnern will, muss aber nicht an diesem Seminar teilnehmen. Das Projekt stehen allen Studentinnen und Studenten offen. Etwa 15 machen zurzeit mit. In den Semesterferien gilt ein Gießplan. Gerade war Arne Schmidt an der Reihe. Und zu tun ist sowieso immer was. Die Tomaten sind noch grün, aber bestimmt bald erntereif. Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Rote Beete, Zwiebeln, Karotten, Physalis und anderes gedeihen prächtig. „Wir planen auch noch eine Sitzecke und einen kleinen Teich“, erzählt Schmidt.
Wer mitmachen will, kann sich unter campusgarten@asta-oldenburg.de melden. Neuzugänge aller Studiengänge sind immer willkommen. Der Einstieg ist jederzeit möglich.
