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Im Ruhestand zur Schriftstellerin Eine Oldenburgerin und ihre „5 Freunde“

Ihr Erstling:  Ingrid Ostendorf und ihr Buch „53 Wochen, 5 Freunde und 1 Neuanfang“.

Ihr Erstling: Ingrid Ostendorf und ihr Buch „53 Wochen, 5 Freunde und 1 Neuanfang“.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Einfach abhauen mit den besten Freunden, die man schon seit der Kinderzeit kennt. Spontan ein Abenteuer wagen und gucken, wohin der Weg einen führt. Das ist ein Traum, der nur selten in die Tat umgesetzt wird. Ingrid Ostendorf hat diese Idee schriftstellerisch verwirklicht. Mit einer Flucht, eher einer Entführung, beginnt für Rolf, Oswald, Henning, Friedhelm und Gregor eine Lebensphase, die für jeden von ihnen Veränderungen mit sich bringen wird.

Neue Aufgabe gesucht

„53 Wochen, 5 Freunde, 1 Neuanfang“ heißt der Roman (249 Seiten, ISBN 978-3-7308-1815-2, Preis: 12,90 Euro), der im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen ist. Seine Entstehungsgeschichte ist besonders, das verrät die Autorin im Vorwort. Für den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand hatte sich die 64-Jährige ab Februar 2019 eine neue Aufgabe gesucht, um Struktur in den Alltag zu bringen. Die gebürtige Bremerin, die seit den 1970er Jahren in Oldenburg wohnt, war Lehrerin in Bookholzberg und Sandkrug. „Studienfächer Kunst, Deutsch und Textiles Gestalten. Aber außer Physik habe ich alles unterrichtet“, erzählt sie.

Eine Tagebuchschreiberin sei sie nicht, sagt Ostendorf. „Reiseerinnerungen habe ich aufgeschrieben.“ Bis sie dann in einem Kurs erste Experimente mit dem „Kreativen Schreiben“ gemacht habe. Von dieser Möglichkeit, kreativ zu sein, war die Oldenburgerin fasziniert. Kurzgeschichten wollte sie nun schreiben. Dafür sollte eine Freundin ihr wöchentlich eine unbestimmte Anzahl von Wörtern schicken – als Impulse. Aus kurzen Sprints wurde aber nichts, Ingrid Ostendorf nahm die Langstrecke. „Schon in der zweiten Woche war mir klar, das verselbstständigt sich.“ Bis zum Schluss (im Mai 2020) hatte ihre Wortgeberin keine Ahnung davon, wie auch sie die Handlung auf 50 Kapitel vorangetrieben hat.

Irrwitzige Wörter

Ingrid Ostendorf erfand ganz spezielle „5 Freunde“, alle so um die 50, und musste Woche für Woche auf manchmal irrwitzige Wortschöpfungen (wie „Rapunzelbarbiebuttercremetorte“) und oft auf Wörter, die man nicht täglich benutzt, reagieren. Als beispielsweise Pythagoras zu den Vorschlägen gehörte, lässt sie die fünf Freunde nach dessen „Hypotenusensatz“ das nächste Ziel auf deren abenteuerlichem Ausflug berechnen. Die Männerclique kehrt nach ein paar Wendungen bald zurück in die Heimat, aber nicht ins alte Leben.

Das Prinzip, eine bestimmte Zahl an vorgegebenen Wörter zu benutzen, bringt Dynamik in die Handlung, wirkt mitunter aber auch konstruiert. Im Anhang kann man überprüfen, welche impulsgebenden Wörter der Autorin geschickt worden sind. So lässt sich ermessen, welcher Herausforderung Ingrid Ostendorf sich kreativ gestellt hat. Mit neuen Herausforderungen im Leben sehen sich auch ihre Protagonisten konfrontiert. Wer in deren Alter ist, wird bisweilen wissend nicken und möglicherweise auch Mut schöpfen, selbst etwas zu verändern. Muss ja nicht gleich ein Neuanfang sein.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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