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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Immer mehr junge Leute leben auf der Straße

20.05.2014

Oldenburg Justiz, Polizei und Bewährungshilfe schlagen Alarm: In Oldenburg fehlt es an Angeboten für obdachlose junge Erwachsene. Es müsse ein Konzept her, um das Problem zu lösen. Für die Betroffenen sei die Gefahr groß, in die Kriminalität abzurutschen.

Nach einer Erhebung der Diakonie gibt es in Oldenburg 209 junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die obdachlos, wohnungslos oder akut von Wohnungslosigkeit bedroht sind. 2010 waren es nur 87. „Wir können diese jungen Leute nicht allein lassen. Es ist eine städtische Aufgabe, hier Lösungen zu finden“, sagt Jugendrichter Achim Bartels in Richtung von Politik und Verwaltung.

Junge Kita-Einbrecher

Ohne festen Wohnsitz waren übrigens auch die beiden jungen Männer, die Anfang des Monats fünf Mal in Kindertagesstätten eingebrochen sind (NWZ berichtete). Die 17- und 18-Jährigen übernachteten nicht nur in den Kindergärten, sie stahlen auch Wertsachen wie Computer und Fotokameras. Bei den fünf Taten richteten sie einen Gesamtschaden von etwa 20.000 Euro an. Inzwischen sitzen sie in Untersuchungshaft.

Sandweg keine Lösung

Jugendliche bis 17 Jahre, die nicht im Elternhaus leben wollen oder können, bringt das Jugendamt im Jugendhilfezentrum an der Donarstraße unter. Ab dem 18. Lebensjahr bleibt nur die Obdachlosenunterkunft am Sandweg. „Das ist nichts für junge Menschen. Dort halten sich die klassischen Obdachlosen auf“, gibt Jugend-Bewährungshelferin Ute Adden zu bedenken.

In anderen Städten (zum Beispiel Osnabrück) existieren längst Wohnprojekte für junge Obdachlose. Ute Adden und ihr Kollege Udo Rüthemann wünschen sich das auch für Oldenburg: „Nur Wohnraum reicht nicht. Es muss auch eine soziale Betreuung geben. Leider gibt es bisher kein echtes Konzept.“

Unterstützung erhalten die beiden Mitarbeiter der Jugend-Bewährungshilfe von der Polizei. Rolf Cramer, Leiter des für Jugendkriminalität zuständigen Fachkommissariats, sagt: „Ein solches Wohnangebot wäre sehr hilfreich.“

Bereits seit 2008 treffen sich Mitarbeiter verschiedener sozialer Einrichtungen (u.a. Rose 12, Jobcenter, Diakonie) in der „Praxisrunde Wohnraumsicherung U25“, um Erfahrungen austauschen. Über die Situation informierte Klaus Marbold (Praxisrunde) im März den Sozialausschuss. „Die Entwicklung ist besorgniserregend“, sagte er mit Blick auf die Zahl der jungen Obdachlosen. An diesem Mittwoch will sich der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung (17 Uhr, Rathaus) mit dem Thema befassen. Stadtsprecher Andreas van Hooven kündigte auf Anfrage an, dass sich die Stadt bereits Gedanken gemacht habe. Denkbar wäre eine Betreuung der jungen Obdachlosen durch Straßensozialarbeiter.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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