Ammerland - Bei den Kaufimmobilien gab es in den vergangenen zwölf Monaten durchweg deutliche Preisrückgänge. Für Mieter in Oldenburg wurde es hingegen erneut teurer. Das geht aus Daten von Immobilienscout24 hervor. Berücksichtigt wurden dabei die Vermietungsangebote für Objekte auf dem Internetportal. In die Durchschnittspreise sind also einfache Wohnungen und Häuser in mäßiger Lage ebenso eingeflossen wie Top-Objekte in bester Lage. Bereits in den vergangenen Jahren gab es kräftige Preissprünge. Seit Ende 2019 stiegen beispielsweise die Angebotsmieten für Häuser um rund 25 Prozent. Wohnungen verteuerten sich im selben Zeitraum „nur“ um 14,5 Prozent.
Wer in Oldenburg in einem Einfamilien- oder Reihenhaus wohnen will, muss in allen Stadtteilen pro Quadratmeter deutlich mehr bezahlen. Im Schnitt lag der Unterschied bei 83 Cent. Bei 100 Quadratmetern Wohnfläche ist ein Haus also 83 Euro pro Monat teurer als eine Wohnung.
Für Miethäuser zeigt die Datenbank einen Durchschnittspreis von 9,84 Euro/Quadratmeter an. Dieser Wert bezieht sich auf das dritte Quartal 2023 und auf die Kaltmiete ohne Nebenkosten. Ende 2019 musste man im Mittel gerade mal 7,88 Euro bezahlen. Um fast zwei Euro sind die Hausmieten in knapp vier Jahren gestiegen.
Ein durchschnittliches Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche kostete im dritten Quartal also 1180,80 Euro. Ende 2019 waren es 945,60. Eine Steigerung um 235,20 Euro im Monat bzw. fast 3000 Euro im Jahr.
Das dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Immobilienscout24 rechnet mit weiter steigenden Preisen in diesem Quartal und einem Sprung über die Zehn-Euro-Marke. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die ohnehin hohe Nachfrage wegen der hohen Zinsen weiter gestiegen ist. Das Bauen (oder Kaufen) können sich viele Familien schlichtweg nicht mehr leisten, sie bleiben Mieter.
Wohnungsmieter mussten im dritten Quartal im Schnitt 8,91 Euro pro Quadratmeter (kalt) bezahlen. Es gibt aber – wie bei den Häusern – deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Und auch innerhalb eines Viertels sind starke Schwankungen möglich.
Interessenten achten immer mehr auf den Energieausweis. Denn in der Gesamtrechnung spielen die Nebenkosten eben auch eine richtige Rolle. Bei Wohnungen spielt auch immer die Größe eine Rolle. Kleine Wohnungen sind pro Quadratmeter oft deutlich teurer als große Objekte. Wir haben hier die Durchschnittsdaten für ausgewählte Stadtteile aufgelistet:
Kreyenbrück
Ende 2019 war der Stadtteil mit durchschnittlich 7,43 Euro/Quadratmeter bei den Mietwohnungen noch am günstigsten. Mittlerweile liegt man bei 8,59 Euro. Das ist noch deutlich unter dem Stadt-Schnitt, aber eben nicht mehr am Tabellenende. Auch bei den Haus-Mieten ist der Stadtteil mit 9,39 Euro im Mittel recht günstig. Es gibt aber gewaltige Unterschiede zwischen älteren Siedlungshäusern und Top-Objekten am Osternburger Kanal.
Eversten
Mal abgesehen von Gerichts- und Dobbenviertel ist Eversten das teuerste Pflaster für Miethäuser. 10,22 Euro müssen hier im Mittel gezahlt werden – ein Plus von 2,04 Euro seit 2019. Bei den Wohnungsmieten liegt der Stadtteil mit 9,04 Euro nur leicht über dem Oldenburg-Schnitt.
Osternburg
Durchaus repräsentativ für Oldenburg sind die Preisentwicklungen in Osternburg. 8,94 Euro kostet hier ein Mietwohnungsquadratmeter. Bei Häusern werden 9,94 Euro fällig.
Dobbenviertel
Hier (und im Gerichtsviertel) wohnt man traditionell am teuersten. Der neue Stadthafen dürfte sich als Hochpreisgebiet bald dazugesellen. Hier liegen in der Rückschau aber noch keine Daten vor. 9,84 Euro/Quadratmeter sind der Schnitt im Dobbenviertel. Häuser, so man denn eines bekommt, liegen bei 10,84 Euro pro Quadratmeter.
Bürgerfelde
Bürgerfelde liegt bei den Hauspreisen mit 10,08 Euro deutlich in der oberen Hälfte der Preistabelle. Bei den Wohnungen sind die Mieten im Mittel mit 8,53 Euro die niedrigsten der Stadt. Ein Grund: seit 2019 stiegen sie nur um 1,01 Euro – der geringste Anstieg in Oldenburg.
Ofenerdiek/Etzhorn
Im Stadtnorden hat man viel Grün, wohnt aber trotzdem vergleichsweise günstig. In Ofenerdiek kostet ein Haus-Quadratmeter im Mittel 9,50 Euro, für Wohnungen werden 8,75 Euro fällig. In Etzhorn sind es 9,38 bzw. 8,59 Euro.
