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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Staatsbürgerschaft: Sie ist Oldenburgs 4000. Eingebürgerte

27.11.2014

Oldenburg Filipiya Raykov ist Deutsche. Seit ein paar Wochen. Mitte Oktober hat der damalige Oberbürgermeister Gerd Schwandner der gebürtigen Bulgarin die Einbürgerungsurkunde überreicht. Es war die 4000. Einbürgerung in Oldenburg, seit im Jahr 2000 die Zuständigkeit dafür komplett an die Stadt gefallen ist.

Die 35-jährige Mutter von zwei Kindern wurde in Plovdiv in Bulgarien geboren. Vor zehn Jahren reiste sie in Deutschland ein, um ihren heutigen Ehemann in Bad Zwischenahn zu heiraten. Seit ihrer Einreise lebt Filipiya Raykov mit ihrer Familie in Oldenburg, am Achterdiek, wo auch Geaplan seinen Sitz hat – ein Spezialunternehmen für Teichfolie und Dichtungsbahnen mit Werk in Edewecht, das ihr Mann 1993 gegründet hat. Sie sagt: „Mein Mann und meine Kinder, die schon alle deutsche Staatsbürger waren, haben mich unterstützt, diesen Schritt zu gehen. Das fiel mir aber auch nicht schwer. Deutschland ist ein wunderschönes Land. Und ich bin glücklich, dass ich ausgerechnet in Oldenburg gelandet bin, ich mag diese Stadt sehr gerne.“

Neue Möglichkeiten

„Als Stadt haben wir Interesse daran, dass Menschen, die ganz lange hier leben und zum Teil seit 20, 30 Jahren hier arbeiten, das letzte Stück Heimat auch mitnehmen“, sagt Ralph Wilken, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes. Wilken: „Für 2015 planen wir dazu auch eine Einbürgerungsoffensive.“ Für die Eingebürgerten ändert sich einiges, das reicht von verbesserten Reisemöglichkeiten und dem Genuss eines anderen Schutzes im Ausland über soziale Sicherheiten bis zur Möglichkeit, hier zu wählen und gewählt zu werden.

Für Bürger aus EU-Staaten ist alles etwas einfacher. Sie können, aber sie müssen ihre alte Staatsbürgerschaft nicht mehr aufgeben. Von deutscher Seite erhalten sie auf Wunsch die doppelte Staatsbürgerschaft. Etwa 90 Prozent machen davon Gebrauch.

Die größte Gemeinschaft ausländischer Herkunft in Oldenburg sind Türken. Sie müssen sich entscheiden. „Aber die Aufgabe ihrer alten Staatsbürgerschaft ist für die meisten Türken auch kein Problem“, sagt Wilken. Ein weiterer Vorteil: Sie können sich durch die Freizügigkeit in der EU als Deutsche überall in der EU niederlassen.

In Oldenburg wurden in diesem Jahr (bis zum 27. November) 187 Menschen eingebürgert. Die meisten kamen aus der Türkei (44), gefolgt vom Irak (29) und Syrien (11).

Die Zahl ist relativ konstant – zum Start im Jahr 2000 waren es 311 Einbürgerungen, im vergangenen Jahr waren es 246. Der Spitzenwert wurde 2004 mit 411 erreicht.

Bekenntnis zum Staat

Die Ernsthaftigkeit des Wechsels ist fast allen klar. Wilken: „Staatsbürgerschaft ist kein Vereinsbeitritt.“ Die Stadt unterstreicht das durch eine besondere Zeremonie in einem eigens dafür eingerichteten Raum am Pferdemarkt mit deutscher Flagge und dem Bild des Bundespräsidenten, in dem man sich loyal zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen muss. „Sie sollen auch auf diese Weise merken: Das ist etwas Besonderes“, sagt Wilken.

Voraussetzung für die Einbürgerung ist in der Regel u.a. ein mindestens achtjähriger rechtmäßiger Inlandsaufenthalt. „Die Türken sind vor der Einbürgerung oft schon länger hier. Iraker und Syrer bemühen sich noch eher um die Einbürgerung“, sagt Wilken.

Die Antragsteller müssen den Unterhalt für sich und ihre Familie sicherstellen und entsprechendes Einkommen nachweisen. Wilken: „Wir berechnen, dass eine zwei- bis dreiköpfige Familie davon leben können muss.“ Auch Leistungsbezieher können eingebürgert werden, „wenn sie den Bezug nicht zu vertreten haben, also wenn das Jobcenter bestätigt, dass sie sich ernsthaft um Arbeit bemühen oder ihre Entlassung nicht verschuldet haben“.

Auch Straftaten können ein Hinderungsgrund sein. Wilken sagt: „Wir wollen hier die Leute, die sich integriert haben, die in unserer Wertegesellschaft zu Hause sind und sich positiv zum deutschen Rechtssystem stellen.“

Feiern für Eingebürgerte

Wer einen Antrag stellt, sollte spätestens nach sechs Monaten erfahren, ob er eingebürgert werden kann. Der Einbürgerungsakt ist für die meisten ein feierlicher Moment, aber nicht für alle. „Das reicht vom Tränen fließen bis zur Frage: ,Warum muss ich für das Bekenntnis aufstehen’“, sagt Wilken.

Einmal im Jahr lädt die Stadt zu einer Einbürgerungsfeier ins PFL ein, bei der die Nationalhymne gesungen wird. „Viele nehmen das wahr und kommen feierlich gekleidet“, erzählt Wilken. „Es ist wie bei einer Trauung, mit Fotoapparat, Urkunden und allem, sehr festlich und schön.“

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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