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Medizinischer Notfall in Oldenburg Konzertbesucher springen Sängerin Ina Müller nach Kritik bei

Trat kürzlich in Oldenburg auf: Ina Müller +++

Trat kürzlich in Oldenburg auf: Ina Müller +++

dpa/Pförtner

Oldenburg - Er hat für viel Diskussionsstoff im Internet gesorgt: Der Leserbrief über das Verhalten der Sängerin Ina Müller bei ihrem Konzert in Oldenburg. Eine Leserin hatte der Künstlerin vorgeworfen, keine Empathie und kein Mitgefühl gezeigt zu haben, nachdem es zu einem medizinischen Notfall im Publikum gekommen war. Sie habe das Konzert zwar unterbrochen, dann aber kommentarlos fortgesetzt. Andere Konzertbesucher springen Ina Müller allerdings bei. Auch der Veranstalter hat sich nun zu dem Vorfall geäußert.

leserbrief
Ina Müller hatte auch in Oldenburg einen Auftritt (Symbolbild).

LESERBRIEF AUS OLDENBURG Empathie und Mitgefühl fehlten

„Alles richtig gemacht“

Auf Facebook schreibt eine Nutzerin, die nach eigenen Angaben ebenfalls vor Ort war, dass die Sängerin alles richtig gemacht habe. „Sie hat sofort unterbrochen und darum gebeten, das Licht auf der Bühne zu löschen. Jeder möge sich bitte mit seinem Sitznachbarn unterhalten (und nicht gaffen) und die Sanitäter würden ihre Arbeit machen.“ Als die Situation unter Kontrolle war, sei es ohne Gag-Programm sondern mit Musik weitergegangen.

Ein Nutzer schreibt, dass er fünf Reihen hinter der Frau gesessen habe, der es nicht gut ging. Ihr sei sofort und schnell geholfen worden. „Es war beklemmend, aber Ina hat perfekt reagiert. Was sollte sie machen. Konzertabbruch?“ Natürlich habe man kurz ein seltsames Gefühl gehabt. „Aber bei jedem anderen Konzert werden zig Bewusstlose auch aus der Menge gezogen, ohne dass die Musik stoppt.“

Zahlreiche Kommentare gehen in dieselbe Richtung. Kritik gibt es vereinzelt, weil die Sanitäter keine Trage gehabt hätten. Zudem berichten einige Nutzer, dass Zuschauer im Weg gestanden oder die Situation gar mit dem Handy gefilmt hätten. Andere wiederum loben auch die Reaktion des Publikums.

Auch Schaulustige

Von einigen Zuschauern hätte sich Ina Müllers Tourmanager Günther Maienschein ebenfalls ein anderes Verhalten gewünscht. Er war vor Ort und berichtet, dass einige Schaulustige die Arbeit der Sanitäter erschwert hätten.

Grund für die Unterbrechung sei ein Kreislaufzusammenbruch einer Besucherin gewesen. So etwas komme bei Konzerten immer wieder vor. „Genau deshalb haben wir die Sanitäter vor Ort.“ Die Versorgung der Frau habe er selbst überwacht. Als sie stabil und ansprechbar war, gab er das Okay an Ina Müller, dass sie das Konzert fortsetzen könne. Ein Abbruch der Veranstaltung sei in so einem Fall gegenüber den fast 4000 anderen Besuchern nicht vertretbar. Bei Lebensgefahr oder einem Todesfall müsse dies natürlich anders bewertet werden, so Maienschein.

Eine Anfrage an Ina Müller selbst über ihre Presse-Agentur blieb unbeantwortet.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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