Müssen wir uns selbst um nachhaltige Energieversorgung kümmern, weil die Politik nicht aus dem Quark kommt?

Bernd SiebenhünerEs braucht beides. Wir als Bürger und Verbraucher sollten nicht die Haltung annehmen gar nichts zu verändern, nur weil die Regierung so langsam ist. Auf politischer Ebene passiert ja auch was, zumindest sind die Klimaziele sehr ambitioniert. Man kann also durchaus erwarten und sollte weiterhin der Politik Druck machen, dass sich was tut. Die Regierung darf sich auch nicht darauf verlassen, dass die Bürger die Verringerung des CO2-Ausstoßes alleine übernehmen. Aktiv werden müssen alle, nicht zu vergessen die Unternehmen – die deutsche Industrie kann wichtige Lösungen bereitstellen hat aber auch ein paar Hausaufgaben im Klimaschutz zu erledigen.

Was kann ich als Verbraucher tun?

SiebenhühnerEiniges. Dabei kommt es natürlich auf die Handlungsmöglichkeiten an. Als Hausbesitzer, speziell, wenn ich gerade neu baue, kann ich Photovoltaikanlagen auf dem Dach anbringen. Mittlerweile ist das nicht mehr mit ganz so großen Investitionskosten verbunden und es gibt interessante Finanzierungsmöglichkeiten ähnlich den Leasing-Verträgen.

Aber immer noch teuer – wie Ökostrom..

SiebenhühnerDie Angebote von Ökostromanbietern werden immer günstiger, man muss nicht mehr zahlen, als für konventionelle Anbieter.

Was kann man noch tun um CO 2 zu sparen?

SiebenhühnerEine Menge. Etwa auf sparsame Gasheizungen umstellen, Geothermie, also Erdwärme, nutzen oder mit Holzpellets heizen – wobei das derzeit auch kontrovers diskutiert wird. Ganz elementar ist neben der Nutzung alternativer Energieformen aber auch Ressourcenschonung – der persönliche Umgang mit Strom und Wärme. Man könnte überdenken, ob man im Winter alle Räume mollig warm braucht oder wie oft wie viele Maschinen im Haushalt laufen müssen. Weniger Verbrauchen ist der einfachste Schritt zur Veränderung. Dazu gehört auch ein kleinerer Wagen, ein Elektroauto – oder gar keines. In Oldenburg kann man prima aufs Fahrrad umsteigen. Momentan wird auch das Angebot von Leih-Lastenrädern ausgebaut.

Ist aber alles unbequem...

SiebenhühnerAber nötig. Ich engagiere mich auch für eine klimafreundliche Quartiersentwicklung am neuen Fliegerhorst, halte Vorträge und binde Bürger mit ein. Auf dem Gelände wird an lokaler Energieversorgung, etwa mit Photovoltaikanlagen vor Ort, gearbeitet. Dezentralität ist eine von vielen Lösungen. Letztlich ist jeder Einzelne, die Gemeinschaft, die Wirtschaft und die Politik gefragt.