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Forschungen von Enno Meyer Das Schicksal des jüdischen AGO-Schülers Paul Gerson

Jörg Witte

Oldenburg - In seinem 1973 veröffentlichten Aufsatz „Wo sind sie geblieben“ stellte Dr. Enno Meyer (1913-1996), Lehrer der Hindenburgschule (heute Herbartgymnasium), erstmalig seine detaillierten Forschungsergebnisse über das Schicksal und den Verbleib jüdischer Schüler aus Oldenburg während der nationalsozialistischen Judenverfolgung vor. Fortgeschrieben wurden Meyers Forschungen 2001 in der von der Werkstattfilm initiierten Publikation „Erinnerungsbuch“, ein Verzeichnis der von der Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt. Im Folgenden wird beispielhaft das Schicksal von Paul Gerson, jüdischer Schüler des Alten Gymnasiums Oldenburg (AGO), dargestellt.

GEdenktag

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.

Auschwitz: Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen. Im Hauptlager belief sich die Zahl der Insassen zeitweise auf mehr als 20 000. Dazu kamen mehr als 90 000 Häftlinge im noch größeren Lager in Birkenau, nur 3 km entfernt. Auf dem später Auschwitz II genannten Gelände ließ Hitlers Schutzstaffel (SS) Anfang 1942 die ersten Gaskammern errichten. In den Lagern von Auschwitz-Birkenau wurden mehr als eine Million Menschen ermordet.

Paul Gerson besuchte das Alte Gymnasium Oldenburg

Paul Gerson wurde 1921 als Sohn des Viehhändlers und späteren Vertreters für Wein und Spirituosen Georg Gerson und seiner Frau Lilli in Streek bei Varel geboren. Im Oktober 1923 zog die Familie nach Oldenburg und wohnte zunächst in der Bremer Straße, zog jedoch bald in die Uferstraße am Küstenkanal um.

In den dreißiger Jahren besuchte Paul Gerson das Alte Gymnasium. Schon kurz nach der Machtergreifung 1933 wurden Schulen angehalten, Erhebungen über Lehrer und Schüler „nicht-arischer Abstammung“ zu erstellen. Im Mai 1933 wurde der zwölfjährige Paul dem Oldenburger Ministerium für Kirchen und Schulen als „nichtarischer Schüler“ des Oldenburger Gymnasiums gemeldet.

Auf Emigration 1938 folgt Deportation 1940

Um der zunehmenden Diskriminierung in Deutschland zu entkommen, emigrierte die Familie 1938 in die Niederlande, wo sie zunächst in Hoogkerk und später in Groningen wohnte. Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940 nahm das Schicksal der Familie Gerson einen tragischen Verlauf. Zunächst wurde Paul Gerson in ein Arbeitslager nahe Zwolle deportiert, später in das Lager Westerbork, von wo er mit seinem Bruder Peter nach Theresienstadt verschleppt wurde.

Werkstattfilm

Der Verein Werkstattfilm engagiert sich seit über 20 Jahren für regionale Film- und Medienarbeit und hat umfangreiches Foto- und Filmmaterial zur Aufarbeitung der Judenverfolgungen in Oldenburg erforscht und archiviert; hier: Erinnerungsbuch, Hrsg. Jörg Paulsen, Edition Temmen, 2001, www.werkstattfilm.de

Dr. Enno Meyer, ehem. Lehrer der Hindenburgschule (Herbartgymnasium), war lange Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und hat über Jahrzehnte die Schicksale Oldenburger Juden erforscht und Kontakte zu den weltweit verstreuten Überlebenden der jüdischen Gemeinde Oldenburgs hergestellt; hier: Menschen zwischen Weser und Ems 1933-1945 – Wie sie lebten, was sie erlebten, Holzberg, 1982

Obwohl die Infrastruktur Deutschlands 1944 durch die Bombardierungen der Alliierten stark beschädigt war, setzte das NS-Terrorregime die Deportation von Juden nach Auschwitz fort. So gelangte Paul Gerson mit seiner Mutter Lilli im Oktober 1944 nach Auschwitz-Birkenau, wo sie Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik wurden. Pauls jüngerer Bruder Peter wurde von Auschwitz nach Dachau transportiert und konnte glücklicherweise aus einem Deportationszug entfliehen.

Über Frankreich und Zypern gelang ihm die Flucht nach Palästina, wohin er sich vor dem Holocaust retten konnte.

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