Oldenburg - Wer, wenn nicht die Jugend, soll neue frische Ideen in die Theaterwelt in Oldenburg bringen. Reichlich Gelegenheit gibt es dazu bei den Jugendtheatertagen, einem Festival für Junges Theater, das bereits seit 2009 ein Mal im Jahr in Oldenburg läuft und von verschiedenen Gruppen in Zusammenarbeit organisiert wird.
Ort für Abenteuer
Am vergangenen Samstag war der Auftakt für die 14. Auflage. Jede beteiligte Jugendgruppe hatte dabei die Möglichkeit, mit einer kurzen Szene ihr Stück zu präsentieren. Das Vorspiel endete damit, dass alle Akteure gemeinsam unter Karaoke-Bedingungen das Lied „Don’t stop me now“ von Freddy Mercury („Queen“) sangen. Es folgte die Premiere des Stückes „Concord Floral“, aufgeführt vom Jugendclub des Oldenburgischen Staatstheaters. Als Solo ohne Instrumentalbegleitung präsentierte Jordan Tannahill als Einleitung „Somewhere over the rainbow“.
Bei der Aufführung des Stückes in der Exerzierhalle des Staatstheaters, braute sich was zusammen. Schwer zu sagen, was es war. „Concord Floral“ ist eine riesige stillgelegte Gewächshausanlage.
Das seit Jahren verfallende geheimnisvolle Gelände ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche aus der vorstädtischen Nachbarschaft – ein Ort für die Abenteuer des Erwachsenwerdens.
Zwei Jugendliche machen dort eine unheimliche Entdeckung – höchste Zeit, dass die Kids vom Concord Floral miteinander reden. Man plädiert für die Auseinandersetzung – auch mit den Eltern. Es wird dabei auch an Boccaccios „Dekameron“ erinnert – und an die Pest: Lass mich in Ruhe. Sieben Jugendliche – alle in orange gekleidet – erzählen die Geschichte. Ein karges Bühnenbild mit sechs Monoblock Stühlen und ein „zerlegbarer Käfig“ aus sechs einzelnen großen Scheiben lässt die Konzentration auf die Handlung ohne Einschränkung zu.
Bis zum kommenden Sonntag, 10. Juli, gibt es noch ein vollgepacktes Festivalbühnenprogramm der jungen Theatergruppen, die sich freuen, wieder auf den Bühnen stehen zu können. Denn die Pandemie hat auch vor der Jugendkultur nicht Halt gemacht. Die fünf Jugendclubs des Staatstheaters und viele Oldenburger Schüler- und Theatergruppen hatten zwar versucht, sich mit starken Kompromissen über die Runden zu helfen, aber so richtiges Theater war das in der Zeit nicht. Zu viele Einschränkungen, Maßregeln und Einengungen reduzierten den Spaß an der Sache. Vor allen Dingen aber fehlte das Publikum.
Die Rückkehr
Nach zwei Jahren der Pandemie kehrt das Festival jetzt zurück zu vollen Zuschauersälen und einem vielfältigen Programm junger Theatermacher aus Oldenburg und der Umgebung: Von kollektiv entwickelten Theaterstücken, Tanztheater und klassische Stückentwicklungen findet alles seinen Platz.
Zu den Spielorten gehören neben der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters (Johannisstraße 6) auch das Kleine Haus (Theaterwall 19) und die Bühnen des Vereins Jugendkulturarbeit (Weiße Rose 1). Das Festivalteam besteht aus dem Oldenburgischen Staatstheater, dem Verein Jugendkulturarbeit, dem Ev. Bildungshaus Rastede und den FSJlern der beteiligten Institutionen. Der Eintritt beträgt jugendfreundliche fünf Euro pro Veranstaltung (Vorverkauf unter: https://tickets.staatstheater.de). Alle Vorstellungstermine sind auf der Homepage des Staatstheaters zu finden.
