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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Kartoffeldöner beschert ihm Radio-Kolumne

16.04.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T08:11:29Z 280 158

Oldenburger Imbiss-Wirt:
Kartoffeldöner beschert ihm Radio-Kolumne

Oldenburg Vom Kartoffeldöner zum Dönschnack: Der Nadorster Imbisswirt Hani Alhay hat jetzt eine eigene Kolumne auf Radio Bremen Vier. Nachdem die NWZ  und viele andere Medien über den Kartoffeldöner-Mann berichtet hatten, „kam der Freddy hier in meinen Imbiss und hatte die Idee“, erzählt Hani Alhay.

„Der Freddy“, das ist Radioreporter Freddy Hadeke – und dem fiel das Schnack-Talent Hanis auf. „Er nahm es hier vor dem Tresen auf, stellte das Ergebnis seinen Kollegen vor, die fanden es gut – und dann wurde es gesendet“, berichte Alhay. Inzwischen ist er einmal die Woche zu hören.

Hani Alhay ist der Erfinder des Multikulti-Döners, in dem sich Kartoffeln und Dönerfleisch kulinarisch aneinanderschmiegen und damit den Pegida-Spruch „Kartoffeln statt Döner“ in das harmonische „Kartoffeln und Döner“ umwandeln. Das machte ihn bekannt. Und das Video, in dem er die Erfindung auf seine unnachahmliche Art erklärte. Nun schnackt der Dönermann unter dem Titel „Dönschnack“ – eine Wortschöpfung aus Döner und Klönschnack – im Radio über Dinge, die die Welt bewegen; in den ersten drei Folgen ging es um Eier, die, egal ob weiß oder braun, im Innern immer gleich sind, um den Zusammenhang zwischen Fröhlichkeit und Frühling und über positives Denken. „Wir wollten etwas Positives schaffen“, sagt Hani Alhay, „schlechte Nachrichten gibt es zu viel.“ Deswegen hat er Anfragen von Sendungen wie „SternTV“ abgelehnt – „die hätten mich zu Politik und Religion befragt. Das will ich nicht.“

Viele Menschen schauen dennoch bei ihm herein, zeigen ihm den gehobenen Daumen und „sehen einfach glücklich aus“, beschreibt der Döner-Mann die Folgen seiner medialen Umtriebe. Manchmal wird es sogar rührend: „Da kam ein Ehepaar, er Deutscher, sie Türkin in den Imbiss – seit 37 Jahren verheiratet. Die fanden die Kartoffeldöner-Idee einfach genial und wollten das loswerden.“

„Leider“, sagt Hani Alhay, „klingelt die Kasse nicht so, wie die Medienwirkung erwarten lässt.“ In der Gastronomie, weiß der Wirt, „brauchst du einen langen Atem, bis die Leute Neues annehmen.“ Da hat er Erfahrung. Schließlich betreibt er den Imbiss seit 17 Jahren. Und hat auch schon Grünkohl mit Döner serviert. „Wenn ich solche Kombinationen anbiete, dann ist das immer ein Stück Dankbarkeit für Deutschland, dass ich hier leben kann“, sagt er bestimmt. Der Gastronom ist mit seiner Familie als Kind aus den Wirren des libanesischen Bürgerkriegs geflüchtet, konnte kein Wort Deutsch, lernte schnell und hat sich in Sachen Integration engagiert.

Jetzt setzt er auf den „Kartoffeldöner to go“, den er unter dem Markennamen „Dönschnack“ groß vermarkten will. Dass ihm die Ideen ausgehen befürchtet er nicht. Die nächste hat er schon: Er will jetzt Plattdeutsch lernen. „Das wollte ich schon immer“, sagt er. Dönschnack auf Platt? „Warum nicht?“ Eben.


Ein Video unter   https://www.youtube.com/watch?v=p2dpr1n0quq