Oldenburg - Kommunikation ist alles. Was passiert, wenn Menschen nicht genug miteinander reden (und vor allem auch mal zuhören), kann man an vielen konfliktträchtigen Orten dieser Welt jeden Tag beobachten. Auch im Kleinen, also im eigenen Alltag, ist es wichtig, zwischenmenschlichen Kontakt zu suchen und an einem gegenseitigen Verständnis zu arbeiten.
Das fällt umso schwerer, wenn die Gesprächspartner nicht dieselbe Sprache sprechen – womit wir bei mir und Kater Hase sind. Auch zwischen Menschen und Tieren findet täglich der Versuch der Kommunikation statt. Allerdings bewegen wir uns auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Sich mit einem Chinesen über Quantenphysik zu unterhalten, erscheint mir nicht weniger komplex, als mit einer Katze auf einen Nenner zu kommen. Die Gefahr, in einer kommunikativen Sackgasse zu landen, ist gleichermaßen groß.
Wie ein Baby
Über die Jahre habe ich immerhin ein paar Grundzüge aus Hases Repertoire der Katzensprache kennengelernt und vermag sie zumindest zum Teil zu übersetzten. So ist von ihm ein sehr lautes, kehliges Jaulen zu vernehmen (auch durch geschlossene Türen und Fenster), wenn er mit aller Macht irgendwo rein oder raus will. Man glaubt akustisch zuweilen, eine Babyklappe am Haus zu haben, in der Säuglinge abgelegt werden.
Etwas weniger leidend, dafür gerne langgezogener, klingt dieses Geräusch, wenn ich (natürlich nicht schnell genug) dabei bin, das Futter vorzubereiten. Ungeduld lässt sich also ziemlich leicht heraushören. Das niedlich-friedliche „Miau“, mit dem Katzen in Comics und Kinderbüchern zitiert werden, scheint übrigens kein Teil von Hases Vokabular zu sein.
Moin an der Tür
Ein stets wiederkehrender Laut ist indes ein leises, fast taubengleiches kurzes Gurren, was mir stets zu Ohren kommt, wenn ich dem draußen wartenden Kater die Haustür öffne und er an mir vorbei in die Küche huscht. Ich interpretiere es als eine Art „Moin, wird auch Zeit“.
In meiner Rolle als Sender konnte ich immerhin etablieren, dass Hase als Empfänger ein lautes Zischen meinerseits zum Anlass nimmt, vom Küchentisch wieder herunterzuspringen und auf einem Stuhl Platz zu nehmen – zumindest manchmal.
Eine ebenfalls katzenaffine Kollegin erzählte mir indes einst von der Möglichkeit, mithilfe der Augen und bestimmter Zwinkertechnik Kontakt zu einer Katze aufzunehmen. Der Versuch meinerseits endete allerdings mit einem ziemlich verständnislosen Blick Hases. Ich glaube, ich will gar nicht wissen, was mir der Kater in diesem Moment hätte sagen wollen.
