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Kinderkonzert im Oldenburgischen Staatstheater Der Weg vom Stierhorn zum Ventilhorn

Vokmar Stickan
Beim Kinderkonzert im Staatstheater drehte sich alles ums Horn.

Beim Kinderkonzert im Staatstheater drehte sich alles ums Horn.

Nicola Meiburg

Oldenburg - Als der Dirigent Antonio Planelles Gallego sich mit einem Parfüme-Flakon bestäubend die Bühne des Kleinen Hauses betritt, ist noch nicht klar auszumachen, welches Thema bei diesem Konzert behandelt werden soll. Und auch die Ankunft von Tammo vom Deich, dem ständig zu Scherzen aufgelegten neuen Identifikationsschaf der Kinderkonzerte, das bei allem was es tut und sagt auf die stimmliche und manuelle Unterstützung von Maik Evers angewiesen ist, bringt noch kein Licht ins Dunkel. Aber als sich dann vor den Streichern des Oldenburgischen Staatsorchesters die achtköpfige Horngruppe einfindet und den Kopfsatz aus der „Sinfonia da Caccia“, der Jagdsinfonie von Leopold Mozart schmettert, ist jedem klar: Es geht um das Horn. Und hier gleich in die Vollen – ganz nach der Anweisung des Komponisten, der sich wünschte, dass das „horn ganz rauh, wie bey der Jacht gewöhnlich und so forte alß immer möglich geploßen werden möge“.

Ausgehend vom Stierhorn

Aber es ist ein langer Weg bis zu diesen modernen Hörnern und ihren Möglichkeiten. Und dieser Weg wird uns von keinem Geringeren als dem elegant befrackten Dottore Hornelius Joaquim Palet aufgezeigt, der uns – von den ersten archaischen Signalen auf dem Stierhorn ausgehend – die Entwicklung dieses Instrumentes aufzeigt und vorbläst. Und so kommen diese Stierhörner auch gleich neben den modernen Instrumenten im ersten Satz der Sinfonie Nr. 31 von Joseph Haydn zum Einsatz. In einer Improvisation über einem Pizzicato-Teppich der Streicher demonstriert Dottore Hornelius eindrucksvoll, welch interessante Klänge man einem Meeresschneckenhaus entlocken kann. Und als wolle er uns beweisen, wie recht er mit seiner Aussage, dass es „Langeweile beim Hornisten noch nie gab“, hat, wird dann gleich das vier Meter lange hölzerne Alphorn zusammengesteckt und das Kleine Haus akustisch in eine Bergwelt verwandelt. Wie im dann Folgenden zu hören ist, hat Leopold Mozart auch das Alphorn in einer seiner Kompositionen, der „Sinfonia Pastorella“, verewigt.

Jägerchor

Wenn man an das Horn denkt, dann kommen einem sofort die Jagd, der Wald und die romantischen Hornsätze in den Sinn. Und das ist besonders eindrucksvoll im „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber zu hören, der hier zunächst von drei Naturhörnern geblasen wird, aus denen sich, wie der auskunftsfreudige Dottore Hornelius dem Dirigenten und auch uns erklärt, das Inventionshorn entwickelt hat. Und auch das stellt er uns dann gleich als Solist im ersten Satz des D-Dur Hornkonzertes KV 412 von Wolfgang Amadeus Mozart eindrucksvoll vor. Aber es geht auch auf Gießkanne und Gartenschlauch: So finden Dottore Hornelius und Dirigent Tonio sich zu einem Gießkannen-Duett mit Orchesterbegleitung zusammen, an dessen Ende der Dirigent Antonio Planelles Gallego verspricht, zuhause nochmal zu üben.

Zum Abschluss finden sich Hornelius, den man nach diesem Konzert zum Professore befördern müsste, und die ganze Horngruppe mit den Streichern, dem Dirigenten und Tamo vom Deich zusammen und lassen diese Reise in die Welt des Horns mit Howard Shores sinfonischer Suite aus „Der Herr der Ringe“ ausklingen.

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