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Kita-Streiks in Oldenburg Die Nerven der Eltern liegen blank

In mehreren Kitas in Oldenburg waren die Gruppen wegen eines Streiks geschlossen oder es gab eine Notbetreuung für wenige Kinder.

In mehreren Kitas in Oldenburg waren die Gruppen wegen eines Streiks geschlossen oder es gab eine Notbetreuung für wenige Kinder.

Sascha Stüber

Oldenburg - Drei städtische Kitas waren in Oldenburg am Mittwoch komplett geschlossen, in neun Einrichtungen gab es eine Notbetreuung für wenige Kinder: Für Eltern bedeuten die Streiks im öffentlichen Dienst seit Wochen einen hohen Stresspegel. „Wir sind Eltern zweier Krippenkinder. Durch die wöchentlichen Streiks fällt derzeit wöchentlich die Betreuung aus und wir fühlen uns hilflos“, beschreibt eine Mutter aus Oldenburg. „Wir müssen weiterhin die volle Dienstleistung bezahlen und unsere Kinder selber betreuen. Der gesamte finanzielle sowie emotionale Druck lastet auf uns und wir können diesen nicht weitergeben an die Verursachenden, also die Stadt, Länder und Kommunen.“

Jobverlust bei Eltern

Diese Ungerechtigkeit beschäftige derzeit viele Eltern. Es gäbe in ihrer Kita auch Mütter, die schon ihren Job verloren hätten, weil sie noch im beruflichen Wiedereinstieg und in der Probezeit waren. „Wir stehen aber hinter den Erzieherinnen“, betont sie. Sie brauchen bessere Konditionen. Wir sehen ja jeden Tag, wie eng es ist“, sagt die Mutter. Nach drei Jahren Pandemie und der Erkältungswelle im Winter seien viele Eltern am Limit – genauso wie die Geduld mancher Arbeitgeber.

Die Mitarbeiter des AWB beteiligten sich am Streik.

STREIK BEIM AWB IN OLDENBURG Die Mülltonnen bleiben voll

Friederike Liebscher
Oldenburg

Politik in der Pflicht

In der Pflicht sehen die Eltern auch die Lokalpolitik in Oldenburg. „Auch die Politiker hier und der Oberbürgermeister haben Hebel. Sie sind mit verantwortlich“, macht die Oldenburgerin deutlich. Der Frust bei den Eltern sei riesig, denn der Personalmangel im Erziehungs- und Bildungssystem sei seit Jahren bekannt. „Wenn es um Familien geht, werden in der Politik beide Augen verschlossen.“

Unmut kundgetan

Auch Eltern aus anderen Kitas haben ihren Unmut über die Streiks kundgetan. „Ich habe dafür kein Verständnis“, sagt Wiebke Dobe. „Im März ist es in unserer Kita der vierte Ausfall wegen Streiks. Unsere Nerven sind sehr belastet. Ich kann an den Bedingungen nichts ändern und bin Leidtragende in einem Kampf, den andere ausfechten.“ Ausgetragen werde der Tarifstreit auch auf dem Rücken der Kinder.

„Tut jedes Mal weh“

Heike Boldt, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi, will die Situation der Kita-Beschäftigten erklären. „Wenn es in Zukunft überhaupt noch Kita-Plätze geben soll, müssen die Beschäftigten besser bezahlt werden. Der Job muss für junge Menschen attraktiv sein“, sagt sie. „Die Auseinandersetzung mit den Eltern tut den Erziehern auch jedes Mal weh.“

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst 10,5 Prozent mehr Gehalt oder mindestens 500 Euro mehr. Bis es zu einer Einigung kommt, sind weitere Streiks angekündigt.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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