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Maßnahmen zum Klimaschutz Oldenburg in der Klimakrise – das wünscht sich die junge Generation

Hannah Uhlhorn
Für Hanna Schwuchow, Studentin in Oldenburg, ist das Fahrrad das wichtigste Transportmittel, um von A nach B zu kommen. Sie wünscht sich daher unter anderem eine bessere Infrastruktur für Radfahrer in Oldenburg.

Für Hanna Schwuchow, Studentin in Oldenburg, ist das Fahrrad das wichtigste Transportmittel, um von A nach B zu kommen. Sie wünscht sich daher unter anderem eine bessere Infrastruktur für Radfahrer in Oldenburg.

Hannah Uhlhorn

Oldenburg - Viele junge Menschen beschäftigt die Klimakrise tagtäglich. Fenke Coldewey, Architektur-Studentin in Oldenburg, fühlt sich oft machtlos, wenn es um das Thema geht. „Ich habe das Gefühl, dass der Klimawandel immer noch viel zu wenige Menschen wirklich kümmert“, erzählt die 21-Jährige. Viele Sorgen macht sich auch die 22 Jahre alte Hanna Schwuchow, die Wirtschaftswissenschaften an der Oldenburger Universität studiert: „Die Klimakrise beeinträchtigt meinen Alltag insofern, dass ich jede meiner Konsumentscheidungen überdenke. An sich ist die Angst vorm Klimawandel immer in meinem Kopf vertreten.“ Gelassen gibt sich hingegen Altan Dogan, Lehramt-Student in Oldenburg. „Einige wenige Aspekte, die sich in meinem Alltag bemerkbar machen, sind steigende Lebensmittelpreise oder der plötzliche Umschwung zu extremen Wetterverhältnissen in Deutschland“, erklärt der 22-Jährige.

Was tut die Stadt Oldenburg bereits ?

Die Angst vor der Zukunft teilen auch die Aktivisten und Aktivistinnen der Jugendbewegung Fridays for future, die sich für die Pariser Klimaziele und eine klimagerechte Welt einsetzen. „Mit der Förderung von Altbausanierung, Solaranlagen, Lastenfahrrädern sowie begrünten Dächern wurde bereits ein richtiger Schritt in Richtung Klimaschutz und auch Klimaanpassung gemacht“, erzählt Lasse, der sich bei Fridays for future Oldenburg unter anderem um die Öffentlichkeits- und Streikplanung kümmert. Ebenfalls positiv nimmt der 15-jährige Schüler die vielen Grünflächen wahr, die wichtig für die Abkühlung des Stadtklimas beim voranschreitenden Klimawandel seien.

Was kann noch getan werden ?

Einig sind sich die befragten Oldenburger und Oldenburgerinnen beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Vieles ist möglich, von sogenannten „Bike Lanes“ auf den Straßen, wie Hanna Schwuchow sie aus Lüneburg kennt, über besser ausgebaute Fahrradwege bis hin zu „Bike-Sharing“. Ebenfalls für wichtig hält Altan Dogan den Ausbau des ÖPNVs, damit in Zukunft noch mehr Menschen auf ihr Auto verzichten können. Hanna Schwuchow wünscht sich eine größere Angebotsvielfalt für Veganerinnen und Veganer in Oldenburger Betrieben. Fenke Coldewey hält Pflanzkästen in der Stadt für eine sinnvolle Maßnahme.

Was wünschen sich Fridays for future ?

Die Fridays-for-future-Bewegung aus Oldenburg hatte bereits einen Beteiligungsprozess mit der Stadt, in der über 90 Anträge eingebracht wurden. „Viele Anträge wurden leider noch nicht angenommen“, berichtet Lasse, „unter anderem wird die wichtige Rolle unserer Moore als CO 2 -Speicher noch nicht ausreichend beachtet und gefördert. Ebenfalls sind wir gegen die geplante Bebauung des Gebietes der Weißenmoorstraße, da dieses Gebiet bei Starkregenereignissen zum ungehinderten Abfließen des Regenwassers und damit zur Überschwemmungsprävention dient.“ Für ökologisch fatal hält die Bewegung außerdem den Bau der Fliegerhorststraße durch ein wertvolles Oldenburger Stadtbiotop. Dass die Stadt sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2035 klimaneutral zu werden, sei ein Fortschritt, jedoch fordert die Bewegung eine Klimaneutralität bis 2030.

Was sagt die Stadt zu den gewünschten Maßnahmen ?

Die Stadt Oldenburg sei bereits dabei, einige Forderungen der Fridays-for-future-Bewegung umzusetzen, sagt Kim Vredenberg-Fastje, Pressesprecherin der Stadt Oldenburg. So sei 2021 das Amt für Klimaschutz und Mobilität gegründet worden und Maßnahmen für die Verkehrswende in Oldenburg würden bereits konzipiert. Auch Projekte wie das öffentliche Fahrrad-Verleihsystem OLi, ein e-Carsharing-Angebot oder die Schaffung von e-Ladeinfrastruktur seien bereits in der Umsetzung. Überdies sei das Förderprogramm Photovoltaik für den Ausbau der erneuerbaren Energie auf 1 Million Euro aufgestockt worden.

Zu einigen genannten Maßnahmen von Fridays for future macht die Stadt Oldenburg keine genauen Angaben. Auf die Diskussion, das von der Stadt festgelegte Zieljahr 2035 der Klimaneutralität auf 2030 vorzuziehen, möchte sich die Stadt Oldenburg jedenfalls nicht einlassen. „Wichtiger ist es sich auf die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu fokussieren“, sagt Kim Vredenberg-Fastje.

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