Während sich andere Ausschüsse in ihrer ersten Sitzung nach der Wahl erst warmlaufen, haben die Grünen im Verkehrsausschuss gleich gezeigt, wer bei der Wahl als Erster in Ziel gesprintet ist und Stärke demonstriert. Das Bündnis mit der SPD scheint auch zu funktionieren. Der in der Debatte über die Fahrradstraße stumm gebliebene Partner ignorierte am Ende die Bedenken der von einem SPD-OB-geführten Verwaltung. Das war in der vergangenen Ratsperiode selten der Fall. Insofern kann sich die Verwaltung auf viele neue Impulse aus der Politik freuen (oder auch nicht).
Dabei hatte die Stadtverwaltung in diesem Fall gute Argumente. Seit Jahren wird an den Verkehrskonzepten für die Zukunft gearbeitet. Nun sollen Ende nächsten Jahre endlich die Ergebnisse kommen – doch die grün-rote Mehrheit will der Verwaltung neue Arbeitsaufträge aufdrücken. Zumal die Umsetzung einer Fahrradstraße auf einer so langen Strecke mit Sicherheit nicht mal eben so möglich ist. Wann immer Parkplätze auf dem Spiel stehen, wird es hakelig.
Übrigens verläuft parallel zur vorgeschlagenen Route die Alexanderstraße als Hauptverkehrsstraße. Statt neue Fahrradstraßen zu planen, müssten hier einfach mal anständige Radwege gebaut werden. Darauf sollte die Politik hinwirken.
