Der Herausforderer hatte es von Anfang an schwer. Krogmann hatte in seiner Amtszeit keine großen Fehler gemacht, die man ihm hätte unter die Nase reiben können. Zudem fiel die Wahlkampfphase in die Zeit, als es darum ging, die Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Für den Amtsinhaber war es da relativ einfach, als Krisenmanager gut dazustehen, zum Beispiel mit dem Rettungsprogramm für die Innenstadt.

Von seinen SPD-Parteifreunden gefeiert: Jürgen Krogmann (rechts) schaute sich das Ergebnis der Stichwahl im Wahlzentrum in der BBS3 an.

SIEG BEI DER STICHWAHL GEGEN DANIEL FUHRHOP Jürgen Krogmann bleibt Oberbürgermeister in Oldenburg

Patrick Buck Thomas Husmann
Oldenburg

Daher verwundert es auch, dass Fuhrhop nicht stärker in die Konfrontation gegangen ist. Er wollte Dinge immer ein bisschen besser, ein bisschen anders machen. Er kritisierte den Bau oder die Planung vermeintlicher Prestigeprojekte, ohne sie ganz klar mit dem Oberbürgermeister zu verbinden. Schon im ersten Wahlgang gelang es ihm mit dieser Strategie noch nicht einmal, das komplette grüne Wählerpotenzial auszuschöpfen: Er bekam weniger Stimmenanteile als die Grünen bei der Ratswahl.

Krogmann selbst hatte früh erkannt, dass der von den Grünen präsentierte Kandidat sein Hauptgegner werden würde. Während er CDU-Kandidat Ulrich Gathmann bei direkten Diskussionen kaum beachtete, fuhr er Fuhrhop immer wieder in die Parade.

Am Ende wird er jedoch ein Stück weit auch die Vorschläge seines Gegners aufnehmen müssen. Denn einerseits konnte auch Fuhrhop eine große Zahl von Oldenburgern bei der Stichwahl von sich überzeugen. Andererseits führt für den neuen und alten OB bei der Suche nach Mehrheit im Rat kaum ein Weg an den Grünen vorbei.