Kürzlich hörte ich (nicht zum ersten Mal) von einem Erlebnis an der Auguststraße: Ein Junge, der zu Fuß auf dem Fußweg unterwegs war, hielt an, um sich kurz die Jacke zuzumachen. Er wurde dann von einem Fahrradfahrer weggeklingelt und angepflaumt, er dürfe nicht im Weg herumstehen. An der Auguststraße gilt für den Fußweg „Radverkehr frei“. Das heißt, der Fahrradfahrer ist zu Gast und muss sich den Fußgängern anpassen, nicht umgekehrt. Leider gibt es zu viele Radfahrer, die das nicht wissen (oder denen es egal ist).

An der Hafenpromenade zieht die Stadt nun aus dem Verhalten eines Teils der Radfahrer zu Recht Konsequenzen. Leidtragende sind – wie so oft – diejenigen, die sich an die Regeln halten. Jedoch überwiegt die Sicherheit der Fußgänger, die viel zu oft bei Diskussionen über Verkehr kaum eine Rolle spielen.

Moniert wird von der Stadtverwaltung, dass an der Promenade von vielen Radfahrern keine Rücksicht genommen wird. Diese Debatte findet auch in den sozialen Medien zu jedem Verkehrsthema statt – in der Regel deutlich übertrieben, aber im Kern ist auch etwas Wahres dran. Mit Blick auf die Auguststraße hat die Stadt bereits vor einigen Wochen das Problem aufgenommen und weist inzwischen mit Piktogrammen darauf hin, dass Radfahrer hier möglichst auf der Straße fahren sollen.

Es gibt eben kaum Bereiche, in denen Fuß-, Rad- und Autoverkehr eindeutig voneinander getrennt sind – und das wird sich auch kaum ändern. Gegenseitige Rücksichtnahme ist daher essenziell für Sicherheit im Straßenverkehr. Das gilt für Radfahrer, das gilt gleichermaßen für Autofahrer, die einfach akzeptieren müssen, dass ihnen die Fahrbahn nicht immer alleine gehört (und dass Radfahrer innerorts nur mit einem Abstand von 1,50 Meter überholt werden dürfen).

Die Sperrung der Hafenpromenade ist also ein Zeichen an alle Verkehrsteilnehmer, dass sich manche Dinge ändern werden – und dass nur mit Geduld und Rücksicht die Zahl der Konflikte minimiert werden kann.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)