Welches Ziel verfolgt eigentlich die beliebte Lastenradförderung? Offiziell geht es darum, Alternativen zum Auto mitzufinanzieren. Doch ob irgendeiner der Käufer sein Auto nach dem Lastenfahrrad häufiger stehen lässt oder sogar den eigenen Wagen abschafft, ist nicht belegt. Die Idee, dies als Bedingung für die Erteilung der Kaufprämie zu machen, wurde als viel zu bürokratisch verworfen. Manche sprechen bei der Förderung auch von sozialen Aspekten. Doch die Vermutung liegt nahe, dass die Prämie für die sehr teuren Fahrzeuge vor allem von denjenigen beantragt wird, die sich die Räder ohnehin leisten könnten. Man könnte den Topf auch als Wirtschaftsförderung sehen. Zwar ist es laut Stadt rechtlich nicht möglich, den Fahrradkauf bei einem lokalen Händler an die Zusage für die Förderung zu knüpfen. Aber wie es heißt, überwiegen bei den eingereichten Anträgen die Angebote von Fahrradgeschäften aus Oldenburg.

Lastenräder erfreuen sich großer Beliebtheit in Oldenburg: Die Stadt fördert den Kauf anteilig. Doch bereits jetzt können keine weitere Anträge mehr gestellt werden.

OLDENBURG STELLT 100.000 EURO BEREIT Fördertopf für Lastenräder nach wenigen Tagen bereits wieder leer

Patrick Buck
Oldenburg

Insgesamt überwiegen bei dem ganzen Thema allerdings Vermutungen und Mutmaßungen. Vor einer Erhöhung der Fördersumme oder einer erneuten Einstellung in den nächsten Haushalt muss die Politik deutlich mehr Daten über die angenommenen Anträge einfordern. Denn 100 000 Euro sind zu viel Geld, um sie nach Gefühl zu verteilen.