Nun ist es also entschieden, auch wenn es rein formal nur eine Vorentscheidung ist: Oldenburg wird aller Voraussicht nach ein Fußballstadion für den Profisport bekommen. Es sind kaum bisher nicht bekannte Aspekte vorstellbar, die das Blatt noch komplett wenden könnten, bis im Herbst nach der Planungsphase die endgültige Entscheidung des Rates über einen tatsächlichen Bau ansteht. Selbst die Klippen des EU-Beihilferechts sollten mit Kreativität rechtssicher zu umschiffen sein.
Am ehesten läge ja noch eine ausufernde jährliche Belastung des kommunalen Haushalts als Hinderungsgrund auf der Hand. Nicht umsonst haben es die Beteiligten aber bisher vermieden, hier ihre roten Linien deutlich zu ziehen. Dabei lautet die zentrale Frage doch: Wie viel ist uns ein solches Stadion wert? Geht es doch darum, etwas mit öffentlichen Mitteln zu bezahlen, das nur ein – wie groß auch immer – kleiner Teil der Bevölkerung nutzt. Auch wenn diese Frage von zentraler Bedeutung ist, scheuen alle bis dato auch nur eine vage Antwort. Und das ärgert viele derer, die die Zeche zahlen müssen. Zahlreiche Bürger fühlen sich trotz vieler Daten auf den Internetseiten vielleicht informiert, nicht aber mitgenommen. Es zeigt sich einmal mehr das unterschiedliche Verständnis von Bürgerbeteiligung.
Auch wenn sich dieses hochkomplexe Thema nicht für eine Bürgerbeteiligung im rechtlichen Sinne eignet, wäre mit etwas Kreativität eine Beteiligung der Bürger durchaus möglich gewesen. Und das ist sie immer noch: Warum kein Workshop mit den Fragen im Zentrum: Welche Nutzung über Profifußball hinaus könnten Sie sich in Ihrem Stadion vorstellen? Welche Angebote wünschen Sie sich an dieser zentralen Stelle der Stadt? Denn dass es ein Stadion für Oldenburg werden soll, wurde unter anderem Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) nicht müde zu betonen. Bis jetzt verstehen es viele aber nur als ein Stadion für die VfB Oldenburg GmbH.
