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Konzert des Oldenburgischen Schlossorchesters Die schöne Melodie und der Tod

Andreas R. Schweiberer
Spielte am vergangenen Wochenende sein Frühjahrskonzert: Das Oldenburgische Schlossorchester

Spielte am vergangenen Wochenende sein Frühjahrskonzert: Das Oldenburgische Schlossorchester

Martin Remmers

Oldenburg - Das Oldenburgische Schlossorchester führte drei überaus melodieschöne Orchesterwerke im stilvollen Schlosssaal auf. Das diesjährige Frühjahrskonzert überzeugte nicht allein durch die ausgewählt schönen Werke, sondern auch durch die frische, engagierte und beherzte Herangehensweise des gut einstudierten Laienorchesters unter der Leitung des umsichtig, professionell und ruhig agierenden Dirigenten Johannes Birk.

Gleich das erste, etwas kürzere Werk, Gabriel Faurés Suite „Pellèas et Mélisande“ nach einem Schauspiel von Maurice Maeterlinck, war weit mehr als ein erster Appetithappen. Das tragisch mit dem Tod beider Protagonisten endende Stück hatte Fauré ebenso märchenhaft wie düster nachkomponiert. Die typisch französische Orchesterbehandlung wurde vom Schlossorchester mit all den Klangfarben und den atmosphärischen Zwischentönen sehr gut getroffen. Und weil das Werk so eindringlich Vorlauf und Tod behandelt, erklang es auch zu Faurés eigener Beerdigung.

Begeisterung für Italien

Felix Mendelssohns klassisch-strahlende „Italienische“ Sinfonie lässt in einem langen Eingangssatz das Leben und die Begeisterung für Italien erklingen. Zwei Jahre hatte er auf den Spuren Goethes das Land seiner Sehnsucht bereist. Als er zurückkam, starben 1832 sein Lehrer Zelter und sein Mentor Goethe. Ihrem Andenken widmete er den zweiten Satz, ein Andante con moto, das mitten ins blühende Leben den Tod und die Vergängnis pflanzt. Der vierte und abschließende Satz ist dem neapolitanischen Springtanz Saltarello nachempfunden. Der furiose Saltarello versinnbildlicht nicht nur das überschäumende Leben, sondern auch die Atemlosigkeit und den Leerlauf. Auch diese Doppelbödigkeit war in der schönen Interpretation mit angelegt.

Beglückende Werke

Zwei dermaßen klangschöne und beglückende Werke sind kaum zu überbieten – und dennoch gelang es Mozarts kurz vor seinem Tod 1791 komponierten Klarinettenkonzert, ein klein wenig dem sowieso erstklassigen Programm die Krone aufzusetzen. Zudem spielte die aus Oldenburg stammende Inga Meyer, Jahrgang 2001, den Solopart. Inga Meyer ist jung, aber alles andere als eine Anfängerin. Sie spielte Mozarts Klarinettenkonzert, eines der schönsten Bläserkonzerte überhaupt, souverän, technisch beschlagen und erstaunlich reif. Ob bei den heiter-beschwingten oder den kantabel-getragenen Passagen: Die junge Künstlerin agierte durchgehend professionell mit beachtlichen Ansätzen einer individuellen Gestaltung dieses Glücksfalls der Klarinetten-Literatur.

Nach so einem Programm, dem engagierten Orchesterspiel und der überzeugenden Solisten-Leistung, blieb der große und tief empfundene Beifall am Ende des gut zweistündigen Konzertes nicht aus.

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