Oldenburg - Wer auffallen will oder es aus Werbegründen einfach muss, der inszeniert sich schon mal auf einer rumpeligen Baustelle. Also lässt sich das Bremer Streicher-Ensemble „Konsonanz“ zum Beispiel zwischen Mauertorsos und Steinhaufen ablichten. Doch gesucht wirkt das in diesem Falle nicht – die innovative Kammermusik-Formation hat ihren respektierten Platz in der Musikszene längst gefunden.
In Oldenburg wird „Konsonanz“ bei der Platzwahl sogar verwöhnt. In einer Quintett-Formation gastieren die Musik-Profis aus Bremen am 25. Juni (Sonntag, 18 Uhr, Eintritt frei) im Rahmen der Reihe „Musik in St. Stephanus“. Der erste Programmteil ist auf dem heimeligen Kirchenvorplatz im Stephanus-Garten vorgesehen. Nach der Pause geht es dann in die Kirche in Bloherfelde an der Windthorststraße 38.
Klima-Zyklus
Unbekannt ist „Konsonanz“ in Oldenburg seit einem vierteiligen Klima-Zyklus nicht. „The (uncertain) Four Seasons“ nach Vivaldi stellte damals die vier Violinkonzerte des Italieners in beschädigte Umfelder. Überhaupt widmen sich rund ein Dutzend flexible Programme gesellschaftlichen Entwicklungen. Mal werden „Lauschige Orte“ zum Vorspielen entdeckt, mal „Musik im Grünen“ auf Radtouren zelebriert. Dann feiert „Mehr als Kinder, Küche, Kirche“ Kompositionen starker Frauen aus zwei Jahrhunderten. Und in „Inside Mahler“ fühlen sie dem Komponisten auf den Zahn.
„Vor der Arbeit auf den vielen gesellschaftlichen Ebenen ziehen wir den Hut“, bekunden die Stephanus-Veranstalter Gabriele und Peter Hoeltzenbein ihren Respekt vor den Gästen am 25. Juni. Rebecca Thies und Ilgin Ülkü (Violine), Francisco Fernandez (Viola), Karl Figueroa (Cello) und Daniel Tolsdorf (Kontrabass) sind dann im Einsatz. Zwei Tage zuvor tritt „Konsonanz“ bei Klassik Open Air in Bayreuth auf. Auch Elbphilharmonie, Philharmonie Berlin oder Laeisz-Halle stehen in den Konzertplänen des mit vielen Förderpreisen bedachten Ensembles.
Buntes Programm
Bunt wie die Blumenpracht im Stephanus-Garten zeigt sich das Programm. Es widmet sich Isaac Albeniz („Asturias“) ebenso wie Peter Tschaikowski („Salut d’Amour“) oder Edvard Grieg („Rigaudon“) und anderen ebenso wie traditioneller Folklore. Und natürlich gehört eine starke Frau dazu: Louise Farrenc (1804 – 1875) mit ihrem Streichquintett Es-Dur.
