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Rossinis „Petite Messe solonnelle“ Ein Abend der großen Emotionen

Volkmar Stickan
Beeindruckendes Bild: Der Lambertichor samt Solisten und Begleitung in der Lambertikirche.

Beeindruckendes Bild: Der Lambertichor samt Solisten und Begleitung in der Lambertikirche.

Piet Meyer

Oldenburg - Gioachino Rossini wurde nach eigenem Bekunden für die Opera buffa geboren. Und so bleibt er auch in einem seiner Spätwerke, der „Petite Messe solonnelle“, 30 Jahre nachdem seine letzte Oper entstanden ist, auf sympathische Art und Weise seinem Kompositionsstil treu. Eine Messe, in der Rossinis den Komponisten komischer Opern mit seiner tiefen Religiosität verbindet und die nun in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche unter der Leitung von Tobias Götting eine großartige Aufführung erleben durfte.

Geht unter die Haut

Immer wieder überwältigend: der Lambertichor Oldenburg mit seinem wunderbar ausgewogenen und klangschönen Chorsatz, den Tobias Götting so differenziert und deutlich zeichnend, behutsam zu formen weiß. Wie dieser Chor die „Cum Sancto Spiritu“-Fuge mit ihren tollen dynamischen Stufungen, ihren Klangfarbenänderungen und ihren mitreißenden und ausladenden Steigerungen zu gestalten weiß, ist schon außergewöhnlich.

Aber auch das klare und ergreifende „Dona Nobis Pacem“ des Chores im Schlusssatz, aus dem sich die Altistin Wiebke Lehmkuhl dann so strahlend heraushebt, geht unter die Haut.

Solistenquartett

Dem Chor steht ein großartiges, stimmlich ausgewogenes Solistenquartett zur Seite. Sopranistin Sarah Wegener entwickelt im „Crucifixus“ mit ihrer beseelten, fein dynamisch nuancierten Stimme in den endlos weit gezogenen Melodiebögen großen verinnerlichten Ausdruck. Dass Rossini sich als Opernkomponist nicht verleugnen kann, wird besonders deutlich in der „Domine Deus“- Arie, in der der eingesprungene niederländische Tenor Linard Vrielink mit weicher, klarer und wohlklingender Höhe gut geführtes Opernpathos erstrahlen lässt. Bassist Sebastian Noack ist mit sonorer und profunder Stimme im „Quoniam Tu Solus Sanctus“ zu erleben und Altistin Wiebke Lehmkuhl zaubert mit ihrer faszinierenden Stimme im bereits erwähnten „Agnus Dei“-Schlusssatz zusammen mit dem Chor und im „Qui Tollis…“-Duett die wohl ergreifendsten Gänsehautmomente in dieser Messe.

Uneitler Begleiter

Die großartige Leistung des Chores und des fantastischen Solistenquartetts erblüht aber auch ganz besonders auf solch einer Begleitung, wie sie am Flügel durch den Weltklasse-Pianisten Igor Levit zelebriert wird. Levit war Freitagabend mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis ausgezeichnet worden. Wie er wunderbar flexibel mitgestaltend als formender Impulsgeber, als feinfühliger und uneitler Begleiter, aber auch als dramatischer Untermaler fungiert, verdient allergrößte Hochachtung. Ihm zur Seite Ryoko Morooka am Harmonium, die interessante Klangfarben und Akkordbegleitungen setzt, aber auch im instrumentalen „Offertorium“ ein anrührendes Harmonium-Solo beisteuert. Ein noch sehr lange nachwirkender Abend mit großen Emotionen und begeistertem Applaus.

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