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Nutzgarten In Oldenburg Viel junges Gemüse bei Familie Hinrichs

Kreyenbrück - Am Anfang haben die Hinrichs’ auf Kartoffeln gesetzt. „Das war ein Corona-Impuls“, erzählt Nicolai Hinrichs lachend. Wie könnte man sich selber versorgen, wenn die Krise kommt und länger andauert? Mit Kartoffeln? Mit eigenem Gemüse? Aber wie wächst sowas? Lange gegrübelt haben der 37-Jährige und seine Frau Carola (36) dann doch nicht, sondern einfach losgelegt. Gleich Anfang April war das.

Da wurde aus einer pflegeleichten Rasenfläche hinterm Eigenheim in Kreyenbrück ein Nutzgarten. Mit vier verschiedenen Kartoffelsorten ging es los. Es sollte noch viel mehr junges Gemüse folgen. Und auch eigenes Obst – wie Beerenfrüchte, Äpfel und Birnen – bereichert den Speiseplan der fünfköpfigen Familie. Die zweieinhalbjährige Malina, Lenya (6) und Kirara (10) finden es jedenfalls toll, was ihre Eltern ihnen hier so alles zwischen Schaukel, Sandkasten und Trampolin bieten. „Der Kohlrabi war schon lecker“, urteilen sie und helfen auch gleich mit, möglichst alles aufzuzählen, was da rund ums Haus wächst und gedeiht.

Gemüsetipps

Zucchini, Bohnen (ranken an einem Metallgestell, das eine LED-Weihnachtsbeleuchtung war), Porree, Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Kürbisse, Blumenkohl, Blattsalate, Karotten, Zuckermais, Knoblauch (auch ein Mitbringsel aus Griechenland mag den Kreyenbrücker Boden). Ein Tipp der Hobbygärtner: „Zum Beispiel bei Karotten nicht losen Samen kaufen, sondern Wickelband aus Zellulose. Dort sind die Samen im richtigen Abstand aufgebracht.“ Kartoffeln haben die Hinrichs’ im Beet und in der selbst gebauten Kartoffeltonne aus Drahtgeflecht. „Wir haben es einfach ausprobiert. Und uns auch Tipps von Fachleuten und aus dem Internet geholt.“

Das liebe Vieh

Wer sich Nutztiere anschaffen will, der sollte sich besonders vorbereiten. Die Hinrichs’ haben sich für Hühner und Kaninchen entschieden.. „In der Erde wühlen und Tiere mit der Hand füttern“, beschreibt Nicolai Hinrichs eigene Erlebnisse aus der Kindheit – im elterlichen Garten in Osternburg oder bei Oma und Opa. Seine Töchter können nun selber ihre Erfahrungen machen. Die Hühner fressen ihnen jedenfalls aus der Hand.

Vor allen die Zwerg-Welsumer, eine orangefarbene Haushuhnrasse. Die Küken wurden von den Hinrichs’ mit der Hand großgezogen. „Kleines Huhn, große Eier“, erklärt der Familienvater, warum er sich für diese Rasse entschieden hat. Dazu kamen dann noch die schwarzen Zwerg-Barnevelder – auch eine robuste anfängerfreundlich Haushuhnrasse. Zwei Kaninchen – Schwarze Wiener – komplettieren den Nutztierzoo auf dem 800-Quadradmeter-Grundstück. „Vorher genau über die Tierrassen und deren Bedürfnisse informieren, bei Händlern oder im Netz“, rät Nicolai Hinrichs. „Vor der Anschaffung den Stall bauen und einrichten.“ Es sei im Frühjahr schwierig gewesen, bei den Raiffeisenwarengenossenschaften Futtertröge zu bekommen. „Als ob sich plötzlich alle Hühner anschaffen.“

Das Familienglück

Mit dem Nutzgarten hat sich der Familienvater einen Traum erfüllt. „Ich wollte ja eigentlich Landwirt werden“ erzählt er. Er absolvierte dann aber eine Lehre zum Kälteanlagenbauer, schloss ein Studium ab und wurde Diplom-Ingenieur für Kältesystemtechnik. Mit Beginn der Corona-Krise wurde der 37-jährige von seinem Arbeitgeber in die Kurzarbeit geschickt. Zusammen mit seiner Frau Carola, die als Pharmazeutisch-technische Assistentin, teilzeit in einer Apotheke arbeitet, kümmert er sich seither um Kinder, Haus und Garten.

„Vorher habe ich ausschließlich den Ernährer gespielt“, sagt er und fügt als persönliche Lehre hinzu: „Die Kurzarbeit hat mir gezeigt, es gibt noch andere Dinge im Leben. Und ich habe jetzt eine ganz andere Bindung zu unseren Kindern.“

An neuen Gartenprojekten mangeln es dem handwerklich begabten Mann jedenfalls nicht. „Aquaponik“ ist ein Stichwort. Also die Kombination von Fisch- und Pflanzenzucht in einem Gewächshaus, das er noch bauen will. Und am Anfang war einfach nur die Kartoffel.

Und Ihr Garten?

Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder vom Balkon – gibt es das auch bei Ihnen? Halten sie vielleicht sogar Nutztiere? Dann laden Sie uns ein. Gern stellen wir Sie und Ihr persönliches Paradies vor. Bitte melden Sie sich unter dem Stichwort „Nutzgarten“ per Mail an red.oldenburg@nwzmedien.de, unter t  9988-2108.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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