Kreyenbrück - Zwischen Bahnhofsallee und Sperberweg in Kreyenbrück gibt es einen Zielkonflikt, umschreibt Umweltdezernent Sven Uhrhan die Situation: Umwelt- und Naturschutz sowie Bürgerinteressen gegen Sicherheit und Daseinsvorsorge (die Versorgung der Bevölkerung mit Erdgas). Dieser Konflikt ist nun zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst worden. Die EWE Netz wird die Bäume über der Erdgasdruckleitung, deren Wurzeln die Rohre umschlingen und an ihren Isolierungen nagen, so schonend wie möglich entfernen. Der von Anliegern, Umweltschützern und auch der Stadtverwaltung befürchtete Kahlschlag auf einer Breite von bis zu 20 Metern bleibt aus.
Thomas Manke und Thorsten Wieting von EWE Netz verwiesen im Umweltausschuss am Donnerstagabend auf die Bedeutung der Trasse, die als Ringleitung dem Oldenburger Autobahnnetz vergleichbar die Versorgung der Haushalte mit Gas zum Heizen und Kochen sowie zur Warmwasserbereitung sicherstellt. Das Verlegen dieser Hochdruckleitung zur Klingenbergstraße sei nicht möglich, weil vorgeschriebene Mindestabstände zu anderen Ver- und Entsorgungsleitungen nicht eingehalten werden könnten.
Die „Erdgasautobahn“ sei 1964 in etwa 80 Zentimeter Tiefe verlegt worden. Seitdem ließ die EWE Netz der Natur darüber freien Lauf. Allerdings, so Wieting, befände man sich bereits seit zehn Jahren mit dem Umweltamt in Gesprächen, um den angesprochenen Zielkonflikt zwischen Umweltschutz und Versorgungssicherheit zu lösen. In Brandenburg, so Wieting, sei es zu einem Blitzeinschlag in einen Baum gekommen, der auf eine darunterliegende Gasleitung durchgeschlagen sei und diese beschädigt habe.
Der betroffene Abschnitt in Kreyenbrück ist etwa 500 Meter lang, dient für die Tierwelt als Rückzugsgebiet und ist für die Kreyenbrücker ein beliebter Spazierweg. Der soll auch wieder hergerichtet werden – in wellenförmigem Verlauf über der Leitung. Rechts und links der Trasse sollen in gebührendem Abstand neue Bäume als Ersatz gepflanzt werden. Die Rodungsarbeiten seien auf den Herbst des Jahres verschoben worden. Zwischenzeitlich werde der genaue Verlauf der Leitung erkundet und mit der Umweltbehörde bei einem Ortstermin besprochen, welche Bäume gefällt werden müssten. Das Gebiet soll, so Robert Sprenger vom Umweltamt, nun als geschützter Bestandteil der Landschaft ausgewiesen werden. Die EWE Netz räumte Versäumnisse ein und kündigte an, sich zukünftig zeitnaher um die Pflege des Grundstücks zu kümmern.
EWE Netz und die Oldenburger Stadtverwaltung lobten übereinstimmend den konstruktiven Dialog, den die Kritiker der Maßnahme gesucht hätten. So habe schnell ein für alle akzeptables Ergebnis gefunden werden können.
