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Initiative: 170 Tonnen Hilfsgüter für Jesiden

06.01.2015

Oldenburg Erfolgreiche Hilfsaktion für die Terror-Opfer im Nordirak: Mitglieder des Jesidischen Forums Oldenburg haben in den vergangenen Wochen mehr als 170 Tonnen Hilfsgüter in die Flüchtlingslager gebracht. Die Lastwagen waren mit Bekleidung, Decken und Lebensmitteln (insbesondere Babynahrung) im Gesamtwert von fast 500 000 Euro beladen. Die Transportkosten in Höhe von etwa 70 000 Euro wurden durch Spenden getragen.

Wie Holger Geisler, Sprecher des Zentralrates der Jesiden in Deutschland, am Montag mitteilte, halfen die zwölf Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern unter anderem den Menschen in Saxo im nordirakischen Sinjar-Gebirge. Die Oldenburger Kenan Yenirce und Jahfar Yunis hielten sich 38 Tage vor Ort auf, um die Hilfe zu koordinieren.

Unvorstellbar groß sei das Leid, das den Jesiden und Christen im Nordirak widerfahre, so Hikmet Toland vom Jesidischen Forum. „Diejenigen, die dem IS-Terror entflohen sind, kämpfen jeden Tag um ihr Überleben. Ihnen fehlt es am Nötigsten.“ Deshalb sei die private Unterstützung, die es bundesweit gebe, nicht hoch genug anzurechnen.

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In Oldenburg war auf Initiative von Servet Tekce vom Jesidischen Forum Mitte Oktober die große Hilfsaktion gestartet worden (NWZ  berichtete). Die Unternehmensgruppe Maco stellte dafür eine Halle an der Stedinger Straße kostenlos als Lager zur Verfügung.

Anfangs trafen vergleichsweise wenige Kleider- und Sachspenden ein. Das änderte sich aber nach einem Aufruf durch den katholischen Weihbischof Heinrich Timmerevers (Vechta) und den evangelischen Bischof Jan Janssen (Oldenburg).

Bis kurz vor Weihnachten packten die ehrenamtlichen Helfer insgesamt 12 574 Hilfspakete. Große Resonanz fand auch die Schuhkarton-Aktion „Kinder packen für Kinder“. Daran beteiligten sich die Grundschulen Ohmstede, Röwekamp und Drielake. Pakete für notleidende Kinder kamen auch aus Trier, Celle und Würzburg für den Oldenburger Hilfstransport.

„Die Menschen im Nordirak brauchen nach wie vor unsere Unterstützung. Es fehlen vor allem Medikamente und Hygieneartikel. Die Lager müssen auch winterfest gemacht werden“, berichtet Holger Geisler. Dem Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU) sei es gelungen, die Luftwaffe davon zu überzeugen, die privaten Hilfsgütersammlungen direkt in den Nordirak zu fliegen.

Das Jesidische Forum sammelt derzeit aber keine Hilfsgüter. Denn die bisher als Lager genutzte Halle wird wieder von Maco benötigt. „Wir sind Maco sehr dankbar, dass wir die Halle über mehrere Wochen nutzen durften. Jetzt suchen wir ein neues Lager“, so Geisler. Wer Hilfe anbieten kann, sollte sich unter Tel. 0172/7310434 melden.

Der Einsatz der Oldenburger Jesiden wird vermutlich demnächst auch in einer Fernsehreportage gewürdigt. Fernsehmoderator Reinhold Beckmann hielt sich kürzlich für eine Berichterstattung in Oldenburg auf.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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