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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Diese dicken Dinger bringt (vielleicht) 2017

02.01.2017

Oldenburg Der Blick auf Januar bis Dezember, mit einem Hauch Silversternachtslyrik:

Januar 2017

Die Grünkohlweltmeisterschaft bringt endlich noch mehr Anerkennung für das Oldenburger Wintergemüse: Nicht nur die New Yorker Vitamin-C-Kreationen können punkten, sondern auch eine Art Grünkohl-Sushi mit Topinambur-Kern und Nordsee-Schnäpel im Algenmantel bringt Siegersterne. Dadurch rückt auch das Fernziel endlich in greifbare Nähe: die Grünkohltour wie den Ostfriesentee als Weltkulturerbe anzuerkennen.

Die Politik startet mit Herausforderungen: Auf Antrag der Grünen beschließt der Stadtrat, bei Schneefall die Radwege nicht mehr zu räumen. Erstens spart das Geld und zweitens, das ist den Grünen als positiver Nebeneffekt besonders wichtig, müssen die Radfahrer auf die bislang den Autos vorbehaltenen Fahrbahnen der Straßen ausweichen. Das bremst den automobilen Verkehr aus – ein klares Ziel der Umweltpartei.

Februar 2017

Apropos ausbremsen – den Grünen kommt noch eine geradezu geniale Idee. Sie lassen vom OOWV die Kanalisation überprüfen und wollen für die darüber liegenden Straßen Tempo 20 anordnen, wenn sich Risse in den Rohren und Schächten finden und Einsturzgefahr besteht. Vorbild ist die kurzzeitig eingerichtete Tempo-20-Zone auf der Straße Am Stadtmuseum. Die extreme Beschränkung wurde im vergangenen Jahr angeordnet, weil die unter den Fahrbahnen befindliche Parkgarage ebenfalls Risse aufwies.

März 2017

Die Schweinswal-Sichtung im Hafenbecken im vergangenen Jahr hat den umtriebigen Tausendsassa und Hansdampf in allen Gassen, Helmut Fokkena, auf eine geniale Idee gebracht, die den Tourismus ankurbeln soll. Mit den Betreibern der Börteboote will er nach kanadischem Vorbild „Whale Watching“ (Wal-Sichtung) anbieten.

Andrea Nahles nimmt die Kohlköniginnen-Würde doch nicht an. Die Diskussion um die Anzahl der Mitarbeiter der kleinen Fraktionen fand sie unterirdisch. Kurzfristig gerät Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, jetzt Deutsche Bahn, ins Visier der Königsmacher, aber der hat die falsche Partei, und dann könnte man doch gleich den Chef, Rüdiger Grube, nehmen. Schließlich hatte der schon das neue Bahnhofsdach auf die Schiene gesetzt. Als Königsgeschenk bringt er nicht nur seine Frau, die Hamburger Starköchin Cornelia Poletta mit, die dem Kohläten ganz neue Würze verpasst, sondern verspricht auch noch, dass die Umfahrung nun doch schnellstens gebaut wird.

April 2017

Und daraufhin werden auch schon Pläne entwickelt, die Pferdemarkt-Brücke nicht abzureißen, sondern dort nach dem Vorbild der aufgelassenen New Yorker Hochbahn einen High Line Park Richtung Bad Zwischenahn anzulegen. Nur über die geplante Bepflanzung konnte man im Ausschuss noch keine Einigung erzielen. Während Gabriele Nießen nur Gräser und naturnahe Bodendecker sowie Hocker aus Torfsoden zulassen will, setzten sich andere für Rosenbeete und weiße Barock-Bänke ein. Die Stadt steigt außerdem groß in die Energiewirtschaft ein. Das Bahnhofsdach wird zu einem Solarkraftwerk ausgebaut. Auch auf ausgewählten Straßen werden Solarmodule verlegt. Zum Verdruss der Grünen bremst das den Autoverkehrs aber nicht aus.

Mai 2017

Die schlechte Luft auf dem Heiligengeistwall wird nicht besser. Stickoxide und die hohe Feinstaubbelastung sind nicht ganz in den Griff zu bekommen. Da hat die VWG eine geniale Idee – die Busse sollen durch Oberleitungen mit Strom versorgt, die Motoren abgestellt werden. Die VWG-Fahrzeuge werden zwar bereits ausschließlich mit Gas betrieben, doch verbessert die Stromalternative die Luft deutlich. Und an einigen Häusern hängen noch die Halterungen für die Leitungen. Trolleybusse hat es in Oldenburg ja schon mal gegeben.

Außerdem werden die 13. Oldenburger Stadtgärten eröffnet. Oldenburg als Stadt im Grünen soll diesmal wörtlich genommen werden: Keine farbigen Blüten mehr, die das Auge nur unnötig vom Grün ablenken, soll es diesmal geben. Der Waffenplatz wird komplett mit schnellwachsendem Bambus dichtgepflanzt und zum Oldenburger Dschungelcamp erklärt. Das will aber keiner sehen.

Juni 2017

Da die Eisenbahnrollklappbrücke, wenn die Umfahrung gebaut wird, bald nicht mehr gebraucht wird, soll schon jetzt der Schutz als Industriedenkmal beantragt werden. Forscher stellen fest, dass die Fundamente leiden, wenn die Hochhäuser in der Umgebung gebaut werden. Auch der Wachtelkönig brütet noch am Ufer, so dass der Naturschutz gegen diese Art der Bebauung sein Veto einlegt. Eine neue Stadtentwicklung mit Bürgerbeteiligung für dieses Hafenquartier und das Wohnen am Wasser wird auf den Weg gebracht. Oberstes Kriterium soll nicht mehr nur verdichtetes Bauen, sondern auch ästhetische und gewachsene Quartiersgestaltung sein.

Juli 2017

Um die Zahl der Ideen zu maximieren, ruft Oldenburgs oberster Wirtschaftsförderer Klaus Wegling zu verdichteten Networking-Aktivitäten auf und stockt das Budget für kreative Begegnungen mit Sektempfang auf. Das Controlling protestiert, als die Kostenstelle verdoppelt werden soll. Darauf werden die Getränkelisten budgetiert und es wird stattdessen eine gemeinsame Yoga-Stunde vorgeschaltet.

August 2017

Mit dem Ende der Sommerferien am 2. August kehrt das pralle Leben in die Stadt zurück. Die Stimmung ist gut, auch weil der Monat eine Menge zu bieten hat, angefangen mit den Keramiktagen am 5. und 6. August. Die Großveranstaltung lässt von den Besuchern aber nicht mehr nur den besten Keramiker, sondern auch den Elefanten im Keramikladen küren. Der Preis geht an den größten Dogmatiker im lokalen Politikbetrieb. Motto: Bitte weniger Ideologie, dafür mehr Pragmatismus, zugunsten des Wohles möglichst vieler Bürger. Das Schubsen der Radfahrer auf die Straßen statt der konsequenten Verbesserung der Radwege hat gute Chancen auf den Auftakt-Preis.

September 2017

In den Monat geht es mit einem der großen Höhepunkte des Jahres: Das Stadtfest läuft vom 31. August bis 2. September – mit einer Neuerung: Erwischte Wildpinkler leisten sofort nach der „Tat“ eine Stunde Sozialdienst im Toilettenwagen, plus fünf Minuten Anlernzeit. Beim anschließenden Weinfest (7. bis 10. September) gibt es diesmal ebenfalls einen neuen Preis: für die aller-traurigste Geschichte (muuuuhaha, sehr witzig). Zum Filmfest werden diesmal Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Katherine Hepburn angekündigt, kommen völlig überraschend aber alle nicht. Wird trotzdem toll.

Oktober 2017

Mit ketten-karusselligem Schwung geht es in den Oktober. Bis zum 8. herrscht das große Vergnügen. Weil der Hang zur „political correctness“ inzwischen die wildesten Blüten treibt, darf der „Hau den Lukas“ auf Betreiben der Namensvettern nur noch „Hau zu, aber nicht so feste“ heißen. Der „Oldenburg Marathon“ findet ohne Marathon statt, leider kein Witz.

November 2017

Zum Auftakt in die Grünkohlsaison bringt der „Botanische Garten“, der seit Jahren damit experimentiert, eine neue Sorte auf den Markt. Weil die Erntearbeiter übertariflich bezahlt werden, tritt er seinen Siegeszug unter dem Namen „Fairkohl“ an, beim Akt des Zubereitens spricht man bei dieser Sorte deshalb künftig vom „fairkohlen“.

Dezember 2017

Größter Erfolg im Dezember 2017: Der Lambertimarkt hat täglich bis 23 Uhr geöffnet. Kein Kehraus mehr, wenn’s gerade richtig fröhlich wird. Dafür muss man sich verpflichten, mindestens bis 1 Uhr in der lokalen Gastronomie weiter zu trinken, damit die auch ihren Schnitt macht. Wer darüber allerdings den Adventsgottesdienst verschläft, ist raus.

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