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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

7000 Musikfans sind Feuer und Flamme

13.02.2017

Oldenburg Reinke Haar hat ein Problem. Okay, ein Luxusproblem, aber auch das muss er lösen. Kurz nach Ende des neunten „Classic meets Pop“ hat der Veranstalter nämlich bereits rund 2500 Vorbestellungen für das Jubiläumsspektakel vorliegen. So groß war der Andrang noch nie. Die Tickets für die zehnte Ausgabe am 24. Februar 2018 müssen im Internet schleunigst freigeschaltet werden.

Erfolg macht eben Arbeit. „Aber diese Show ist mein Hobby“, lachte Reinke Haar, als er am frühen Sonntagmorgen zufrieden die große EWE Arena verließ. Zwei volle Häuser mit insgesamt 7000 Fans hatte die Show ihm am Freitag und Sonnabend beschert, im nächsten Jahr dürfte es nicht anders sein. Weshalb die Attraktivität der Veranstaltung fürs Publikum wie für die Teilnehmer stetig wächst.

Die Show macht es sogar möglich, dass ein Opernstar wie Nina Bernsteiner sich ruckzuck nach Oldenburg zurücklotsen lässt. „Die Stadt ist wunderbar. Ich habe so viele Verbindungen hierher“, meint die Sopranistin, die nach zweijährigem Engagement das Staatstheater im vergangenen Sommer verlassen hatte und nun an der Komischen Oper Berlin singt. „Ich habe hier meinen Mann kennengelernt, mein Kind wurde hier geboren, und ich habe hier viele Freunde“, erzählt die gebürtige Österreicherin, die in dieser Spielzeit noch als Gast die „Agrippina“ am Staatstheater singt.

Für „Classic meets Pop“ aber gab die Sopranistin die elegante Pop-Diva. Was nicht überraschte: „Ich komme ja eigentlich vom Pop“, grinste Nina Bernsteiner. „Ich habe vorm Radio gesessen, Popsongs gehört und so singen gelernt.“ Die klassische Ausbildung kam erst später dazu, „ohne Rock und Pop wäre sie nie möglich gewesen.“

Die Brillanz und Vehemenz, die Nina Bernsteiner in das Schmacht-Schwergewicht „Power of Love“ von Celine Dion legte, wurde in der EWE Arena auf ebenso ungewöhnliche wie gelungene Art vom „Holzfäller“ gespiegelt. Das ist der Künstlernamen des jungen Oldenburger Rappers David Sokowicz, der mit seinem rhythmischen Sprechgesang die „Symphony in G-minor“ von J.C. Bach in ein modernes Gewand hüllte. „Das war schon gewaltig“, meinte der 22-Jährige. „Geprobt habe ich mit einer CD-Aufnahme des Werks, aber das Staatsorchester live im Rücken zu haben, ist dann doch ein anderes, ein tolles Gefühl.“

Aufregung kannte Sokowicz bei den beiden Auftritten nicht, der Sprung von der Fußgängerzone in die riesige Arena war ihm nicht anzumerken. Der Impro-Rapper hatte einfach „ein super Gefühl“. Nur eine Sache galt es zu erfahren: „Das Staatsorchester geht voran, ich als Solist muss mich ihm fügen. Umgekehrt wird das nix!“

Hätte Christian Firmbach diesen Satz gehört, der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters hätte wohl geschmunzelt. Denn gerade ein Experiment wie dieses „Klassik trifft Rap“ macht für ihn den „hohen Stellenwert der Show“ aus. „Vielleicht bekommen wir damit nicht unmittelbar neue Zuschauer ins Theater, aber als Cross-Over-Ereignis ist diese Konzertreihe für alle Beteiligten wichtig und richtig.“

Wie sehr die Show am Wochenende stilistisch übergreifend (also „cross-over“) war, zeigte sich auch beim Auftritt von Sarah Trumpfheller. Die Gothic-Metal-Sängerin aus Bremerhaven nahm es dank großen Stimmumfangs locker mit dem volltönenden Staatsorchester auf. „Vor einigen Jahren war ich mit der Gruppe Alive schon einmal dabei, aber diesmal war es noch eine ganz andere Nummer. Dieses Showkonzept ist klasse“, freute sie sich.

Erstmals im Scheinwerfer-Farbenspiel der Arena stand derweil Andreas Wölbern. Der Elvis-Presley-Kopist aus Oldenburg hatte sich mit seinem Chor „Sweet Spirits“ (Ehefrau Sabine, Tochter Tanja Sonnhoff) drei Wochen lang auf den Auftritt vorbereitet und war hinterher sehr zufrieden: „Wir leben Elvis. Das hier war Elvis. Es war einfach fantastisch.“

Womit das Problem des Reinke Haar nicht kleiner wird. Fantastisch – genau so soll „Classic meets Pop“ zum Jubiläum im Februar 2018 werden. Ein paar Stühle mehr muss er bis dahin noch in die Halle hineinschieben. Oder, wie meist in der Vergangenheit, ein zweites Konzert ansetzen. Möglich ist alles, fest steht noch nichts.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/video 
Klaus Fricke

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