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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Abschied vom Oldenburger Filmarchiv steht bevor

25.03.2011
NWZonline.de NWZonline 2015-07-30T11:38:09Z 280 158

Stadtgeschichte:
Abschied vom Oldenburger Filmarchiv steht bevor

OLDENBURG Als die „Tagesschau“ im Herbst 2010 über das Ende der Reparationszahlungen Deutschlands aus dem Ersten Weltkrieg berichtete, wurden auch Bilder aus jenen Jahren gezeigt – sie kamen aus Oldenburg, aus dem Archiv des Vereins Werkstattfilm.

Der problemlose Zugriff von Institutionen, Schulen oder Sendeanstalten auf Fotos und Filme, die die Vergangenheit Oldenburgs dokumentieren, könnte aber bald selbst der Vergangenheit angehören: „Mit den Zuschüssen, die wir für unsere Arbeit bekommen, geben wir uns nicht mehr zufrieden“, erklärte Werkstattfilm-Chef Farschid Ali Zahedi am Donnerstag. „Wenn die Stadt bis Jahresende kein Entgegenkommen signalisiert und die Förderung aufstockt, werden wir das riesige Film- und Medienarchiv schließen.“

Seit 1992 sammeln und archivieren die Mitglieder des Vereins die Zeugnisse der städtischen Vergangenheit. Das „visuelle Gedächtnis Oldenburgs“ (1200 Filmrollen, 1500 MiniDV-Bänder, 1000 Videos, 110 000 Fotos) wird seitdem für Dokumentationen zur Stadtgeschichte ebenso gern genutzt wie zur Illustrierung historischer Zusammenhänge. „Wir haben Anfragen von überall, auch viele aus dem Ausland“, sagte Zahedi.

Das Ende des öffentlichen Archivs könne nur verhindert werden, wenn die Stadt dem Verein Zusagen mache über eine Erhöhung der Förderung. „Mindestens anderthalb bezahlte Stellen sind nötig, um das Filmarchiv ordentlich betreuen zu können“, betonte Zahedi. „Wir wissen, dass das Ehrenamt sehr wichtig ist. Aber wir können diese wichtige Arbeit für Oldenburg nicht nur auf dieser Basis leisten. Wir brauchen eine bessere Förderung.“

Da es die wegen des städtischen Sparzwangs kaum geben wird, scheint der Abschied vom Archiv beschlossene Sache zu sein im Verein (der andere Angebote wie Workshops, Schulungen und Filmdrehs fortsetzt). Zahedi: „Es gibt die Überlegung, unser Lieblingskind adoptieren zu lassen, so dass wir noch an das Material herankommen. Interessenten gibt es einige.“

Diese harte Linie hatte er bereits bei seinem Auftritt im Juni 2010 im Kulturausschuss angekündigt, jetzt wird sie umgesetzt. Erreichen will der Verein, der pro Jahr 60 000 bis 80 000 Euro Ausgaben hat, vor allem Aufmerksamkeit; dazu werden auch 30 000 Infoblätter in der Stadt verteilt. Zahedi: „Wir haben eine Verantwortung für das Archiv und seinen Inhalt. Wir wollen aber auch die Unsicherheit beendet sehen. Entweder es gibt mehr Geld – oder Tschüss!“