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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Aktive Nachbarschaft steht an erster Stelle

23.04.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-24T14:40:04Z 280 158

Zukunftstage:
Aktive Nachbarschaft steht an erster Stelle

OLDENBURG „Ideen gestalten Zukunft“ – Das Motto der diesjährigen Oldenburger Zukunftstage nimmt sich auch Pfarrer Andreas Büttner der Christengemeinschaft zu Herzen: „Zukunftsorientiertes Wohnen bezieht sich nicht nur auf energieeffizientes Leben, sondern wichtig ist auch, dass Jung und Alt zusammenfinden und sich gegenseitig unterstützen.“ In seinem Vortrag stellte Büttner am Sonnabend im Café Herz das Gesamtprojekt des Weges vom Industriegelände zum inklusiven Stadtquartier vor.

Auf dem ehemaligen Gelände der Bahlsen-Kuchenfabrik in Osternburg ist ein soziales Zentrum mit zwei Mehrgenerationen-Wohnprojekten, einer Kinderkrippe, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen inklusive Werkstatt, Wohnheim und betreutem Wohnen entstanden. Zudem wurden eine Turnhalle der Waldorfschule und ein Neubau des heilpädagogischen Zweiges der Waldorfschule und der Sophienkirche der Christengemeinschaft errichtet. „Hinter dem Projekt steht keine bestimmte Ideologie. Es gibt keine Einschränkungen, jede Einrichtung ist selbstständig und steht wirtschaftlich auf eigenen Füßen“, erklärt Büttner.

Das neueste Projekt ist der Wohnmix an der Weitzstraße. Das Gebäude umfasst 21 Wohnungen, die seit Ende Februar bezogen werden. „Das Besondere ist, dass wir eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben, die wir zur Strom- und Warmwassererzeugung nutzen. So gewinnen wir 80 Prozent über regenerative Energien“, erzählt Bewohner Heinrich Foerster. Zukunftsorientiert sei das Projekt Wohnmix auch, weil es eine Begegnung zwischen unterschiedlichen Generationen schaffe: „Wir fördern das Zusammenleben von Jung und Alt. Unser Gemeinschaftsraum ist zum Beispiel ein Ort der Begegnungen für gemeinsame kulturelle und soziale Aktivitäten“, so Foerster.

Die 21 Wohnungen waren bereits vor Baubeginn verkauft. „An erster Stelle steht die aktive Nachbarschaft. Das heißt natürlich nicht, dass jeder jedem täglich helfen muss. Grundsätzlich denke ich, dass vielen Menschen ein gemeinschaftliches Zusammenleben fehlt. Durch das herzliche Hilfsangebot in unserem Haus sind wir sicherlich eine fortschrittliche Wohngemeinde“, betont Foerster.

Pfarrer Büttner zog am Sonntagabend nach dreitägigem Programm mit vielen Vorträgen und Debatten im PFL ein positives Fazit der Zukunftstage: „Die Menschen suchen in der gegenwärtigen Unsicherheit nach Konzepten, wie wir in Zukunft leben wollen.“ Es sei deutlich geworden, dass die Bürger der Politik deutlich machen müssten, welche Zukunft sie wollen. In Oldenburg soll die Debatte in einem Forum auf der Internetseite der Veranstalter fortgesetzt werden:

 @   http://oldenburger-zukunftstage.de