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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Bildband: Als Postkarten wie eine SMS funktionierten

23.12.2016

Oldenburg Werner Schäfer hat schon früh seine Passion gefunden: das Sammeln. Ob Postkarte, Foto, Album, Briefmarke oder Autogrammkarte – alles hat der heute 76-Jährige schon als Junge gehortet. Ausgelöst wurde die Sammelleidenschaft durch seinen Großvater, der vom Amtsgericht als Nachlasspfleger bestellt war. Um seine Postkartensammlung mit Oldenburg-Motiven zu erweitern, besuchte Werner Schäfer jeden Flohmarkt in der Umgebung. „Ich war immer auf der Suche, ob es etwas Neues gibt“, erzählt Schäfer. Besonders angetan hatten es ihn die Ansichten von Gaststätten, Ausflugslokalen, Cafés, Hotels und Restaurants. 1500 dieser Postkarten bereichern seit dem Jahr 2014 das Bildarchiv des Stadtmuseums – aus diesem Konvolut hat das Museum jetzt die 87 interessantesten Motive für einen neuen Bildband ausgewählt.

Dr. Lioba Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dr. Nicole Deufel, die Leiterin der städtischen Museen, und Verleger Florian Isensee stellten das unter dem Titel „Mit Vergnügen“ erschienene Werk am Donnerstag vor. Maßgeblich beteiligt an der Entstehung des Buches waren Marianne Steinbrink und Ulla Brake-Gerlach, die seit Jahren ehrenamtlich im Stadtmuseum tätig sind, bei der Auswahl der Motive halfen und redaktionelle Beiträge lieferten.

Die Ansichtskarten aus der Zeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1920er Jahre zeugen von der rasanten Zunahme des Freizeitvergnügens, der Etablierung zahlreicher Gastronomiebetriebe in Oldenburg, aber auch von den neuen technischen Möglichkeiten der Fotografie als Mittel der Werbung.

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Bei Isensee erschienen

Das Buch „Mit Vergnügen. Ansichtskarten aus der Sammlung Werner Schäfer“ ist im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen. Es ist ab sofort im Buchhandel und an der Kasse des Stadtmuseums zu erwerben. Das 144-seitige Werk kostet 16 Euro. Lioba Meyer fungiert als Herausgeberin, Autorinnen sind Marianne Steinbrink und Ulla Brake-Gerlach.

Denn um die Jahrhundertwende dienten Aufnahmen von Gasthäusern vorrangig Werbezwecken. „Die Absender dieser Postkarten störten sich jedoch nicht daran, Werbung für ein bestimmtes Etablissement zu machen, ausschlaggebend war das Bedürfnis, Freunde, Bekannte oder Familienangehörige teilhaben zu lassen an dem Sonntagsausflug oder dem Besuch eines Restaurants“, erläutert Lioba Meyer.

Kurios: Einige Postkartenschreiber nutzten dieses Medium, um mit ihren Liebsten zu kommunzieren. So lässt ein Herr im Jahr 1899 auf einer offenbar noch am selben Tag zugestellten Karte aus dem „Casino zu Oldenburg“ seine Frau wissen: „Das Essen ist vorbei, dagegen das Trinken noch lange nicht, Schlafe wohl.“ So funktionierte die Postkarte damals wie ein Kurznachrichtendienst.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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